ſprochen hatte. Ihn drängte es, vor allen Dingen ſeiner Mutter an den Hals zu fallen. Er ließ ſich daher auf lange Auseinanderſetzungen während des Heimweges nicht ein, ſondern drängte vorwärts.
Als er auf der Wachsbleiche bei Meiſter Ziegen⸗ balg's Hauſe anlangte, ſah er bereits einen großen Knäuel Menſchheit vor ſeiner Wohnung verſammelt.
Aus der Ferne rückte der Stadtmuſikus Kranich, wel⸗
cher die Gelegenheit zu einem paſſenden Ständchen nie verſäumte, mit ſeinem Chor in jubelndem Ge⸗ ſchwindmarſch, von der ſämmtlichen jugendlichen Gaſ⸗ ſenbevölkerung umringt, eiligſt heran. Noch nie hatte man in Niederroßla eine ſolche Aufregung geſehen.
Zwölftes Rapitel.
Desgleichen hatte es wohl nie eine lebhaftere Sitzung im Rathscollegio zu Niederroßla gegeben, als die⸗ jenige war, welche unmittelbar nach Bekanntwerdung des zweiten Codiecills ſtattfand und die Herbeiſchaf⸗ fung des goldnen Krokodills aus Afghaniſtan betraf. Mehre der Senatoren, wackre Handwerker und Fa⸗ brikanten, hatten ſelbſt den berühmten Lorenzkircher Jahrmarkt in die Schanze geſchlagen, um der hoch⸗ wichtigen Sitzung beizuwohnen.
Das Rathscollegium zu Niederroßla beſtand außer den bereits oben erwähnten Bürgermeiſter Sebaſtian Flaminius aus folgenden ſechs, theils beſoldeten, theils gehaltloſen Senatoren oder Rathmännern, näm⸗
lich dem Rathsactuar Zeiſig, dem Tuchbereiter und⸗


