Teil eines Werkes 
17. Band, Die Erbschaft in Kabul : komischer Roman : 1. Band (1854)
Entstehung
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Thal zieht; er gedenkt, wie er einſt beutelte bei Mei⸗ ſter Hamger, und wie er dieſen abkonterfeit hatte hinter dem Holderbuſch— da kniſtert leis ein zarter Frauenfuß im Sande, und die ſchönſte Orientalin biegt um die blühende Jasminwand. Es iſt die Gattin des glücklichen Hofmalers, die einzige Tochter und der Augapfel irgend eines Großen im Lande; darum duldete es Letzterer auch, daß Balthaſar, wie einſt der Graf von Gleichen, die reizende Melechſala zum Chriſtenthum bekehrte und dann ehelichte. Da in Kabul, wie der Gotteskaſtenvorſteher darthat, voll⸗ kommene Religionsfreiheit herrſcht, ſo wird die Be⸗ kehrung und Taufe weiter keinen großen Schwierig⸗ keiten unterlegen haben, wie außerdem in den muhame⸗ daniſchen Ländern der Fall iſt. Balthaſar eilt dem geliebten Weibe entgegen, und die Beiden betrachten in Gemeinſchaft die herrliche Nacht. Die ſchöne Gattin erzählt, von leiſem Guitarrenklange begleitet, die ſchönſten Märchen aus Perſien, dem reichen Wun⸗ derlande, während der Hofmaler von Zeit zu Zeit aufſteht, um durch das im Kiosk aufgeſtellte ſieben⸗ füßige Teleſcop Mond und Planeten zu beobachten. Der Marmorboden des Kiosk iſt mit weichen perſi⸗ ſchen Teppichen belegt; eine Ampel von Milchglas verbreitet eine wohlthuende Helle, während der Duft des koſtbaren Roſenöls den ſtillen Raum durchzieht.“

Gamaliel würde das Ende ſeiner orientaliſchen Phantaſien ſo bald nicht gefunden haben, hätte nicht der Nachtwächter Benedict unmittelbar unter den Fen⸗ ſtern ſo urkräftig in ſein Horn geſtoßen, daß Felici⸗ tas ordentlich erſchreckt auffuhr und der Orientaliſt jählings unterbrochen wurde.

„Was fällt dem Benediet ein?“ frug die Mutter, und Gamaliel geſtand gleichſalls, ſo erſchütternd habe

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