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genz hoch, in ſeinem prächtigen Garten vor der Stadt geſeſſen, und der Mond im Morgen aufgegangen ſei.
„Das Geräuſch der nahen Stadt iſt verſtummt,“ ſprach er,„einſam rauſchen die Kaskaden in Baltha⸗ ſar's Garten, der ſilberne Waſſerſtrahl fällt eintönig in die Marmorbaſſins zurück. Der Mond blickt durch Lorbeergebüſch über die hohe Gartenmauer, in den dunkleren Parthieen des Gartens ſchimmern weiße Li⸗ lien und goldleuchtende Roſen ruhen im Mooſe. Leiſe ſpielt die Nachtluft in den hohen Pinien, und dort oben ziehen die Sterne des Morgenlandes. Von dem unfern gelegenen Minaret verkündet der Wächter die Stunde, welche die Menſchen zur tiefen Ruhe mahnt; aber noch immer ſitzt der Hofmaler vor ſeinem ſchlan⸗ ken Kiosk, der umwuchert wird von Weinranken, Pfirſich⸗- und Granatbäumen, voll ſüßer ſtrotzender Früchte, die im Verein mit perſiſchen Roſen koſtbar zwiſchen dem dunkeln Laube hervorblicken. Der goldne Halbmond auf der hohen von Marmorſäulen getrage⸗ nen Kuppel leuchtet weit in die ſtille mondhelle Nacht hinaus. Ein ächter Kaſchemirſhawl umſchlingt Hals und Bruſt des Hofmalers. Neben ihn liegen die Lieder des Hafis in der Urſprache. Balthaſar hat den ganzen Abend von der berühmten, viel beſunge⸗ nen Nachtigalbraut geleſen. Jetzt hat er ſich's bequem gemacht, und ruht nachläſſig auf der weichen Otto⸗ mane und ſeine Blicke weilen auf der milden nächt⸗ lichen Landſchaft. Er verſinkt in tiefes Sinnen. Ver⸗ gangenheit und Zukunft, Morgenland und Abendland ziehen magiſch an ſeinem Geiſte vorüber; er gedenkt an Deutſchland, an deſſen Burgtrümmer, wie ſie, auf Fichten umkränzten Höhen, im Abendſcheine ſchim⸗ mern; er gedenkt an Niederroßla, wie es friedlich in den Waldbergen liegt und die ſanfte Loſſa ſich durch's


