Teil eines Werkes 
17. Band, Die Erbschaft in Kabul : komischer Roman : 1. Band (1854)
Entstehung
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falls ſich die Erbſchaft, wie er nicht zweifele, ver⸗ lohne, nähern Aufſchluß über den ergiebigen aſiati⸗ ſchen Landſtrich. Gamaliel dankte mit Wärme und verhieß glänzende Erkenntlichkeit unmittelbar nach der Teſtamentseröffnung.

Der Gotteskaſtenvorſteher entfernte ſich, während der erregbare, phantaſiereiche Jüngling, den halben Orient im Kopfe, das Stüblein auf- und abſchritt. Er ſchaute noch immer die blühenden Ebenen und glänzenden Gärten, vernahm den Donner der Lawi⸗ nen und ſprach darüber mit Feuer und Leben.

Als Felicitas ihm die Neige des Glühweins vor⸗ ſetzte und ſanfte Vorwürfe machte, daß er ſich nicht tapferer eingeſchenkt, während es Herr Henoch daran nicht habe fehlen laſſen, da bemerkte der Enthufiaſt jetzt erſt, daß ihm der Gotteskaſtenvorſteher ſein Lieb⸗ lingsgetränk bis auf dreiviertel Taſſe, ſo viel betrug der Reſt, weggeſoffen hatte. Er lebte indeß viel zu ſehr im Morgenlande, als daß er den Verluſt der abendländiſchen Leckerei hätte ſchmerzlich empfinden ſollen. Er meinte, Henoch habe ſein Guthaben für die gevgraphiſche Mittheilung lange nicht abgetrunken. Er ſei demſelben zu großem Danke verpflichtet, und man müſſe ihn wahrhaftig bedenken, wenn's die Erb⸗ ſchaft einigermaßen hergebe.

Felicitas bat ihn wiederholt, ſich nicht zu großen Erwartungen hinzugeben; eine Enttäuſchung ſei dann um ſo empfindlicher; Gamaliel aber ließ ſich's nicht nehmen, daß der König von Kabul ein kunſtliebender Monarch ſei, welcher ſeine Hof⸗ und Leibmaler gewiß gut honorirt habe. Er beſchrieb hierauf, wie der ſe⸗ lige Haſſan⸗ben⸗Mullah als wohlhabender Bürger und Hausbeſitzer, vielleicht gar Stadtverordneter, denn man ſchätze im Morgenlande abendländiſche Intelli⸗