Teil eines Werkes 
17. Band, Die Erbschaft in Kabul : komischer Roman : 1. Band (1854)
Entstehung
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menſch nichts zu profitiren, der Muſelmann führt da 's große Wort und läßt Niemanden aufkommen. Daß es dem Balthaſar gelungen, iſt mir ein außer⸗ gewöhnliches Räthſel; auch würde es ihn als ſimpler „Drollinger“ nicht gelungen ſein, hätte er nicht den richtigern Namen Haſſan⸗ben⸗Mullah angenommen.“

„Was heißt das wohl?“ frug Gamaliel raſch.

Henoch, der diesmal auch als Linguiſt ſich nicht werfen laſſen wollte, erwiederte mit Geiſtesgegenwart: „Haſſan⸗ben⸗Mullah iſt das deutſche Drollinger.“

Gamaliel wollte dieſe Verſion nicht recht glaub⸗ bar finden, wodurch Henoch, der ſich darüber ärgerte, bewogen ward, um ſo hartnäckiger auf ſeiner Mei⸗ nung zu beſtehen. Er würde ſeine geographiſchen Mittheilungen über Kabul unſtreitig noch länger aus⸗ gedehnt haben, wenn Felicitas das Glühweinkännchen von Neuem gefüllt hätte; dem Gotteskaſtenvorſteher war es nämlich trotz ſeines gelehrten Vortrags nicht entgangen, daß in der Ofenröhre ein Töpflein ſtand, in welches ſich ſeine Phantaſie einigen Reſerveglüh⸗ wein träumte. Sein Glaube hatte ihn diesmal nicht betrogen; es befand ſich wirklich ein ganz kleiner Reſt des würzigen Getränks noch in dem Topfe; aber wie intereſſant die Wittwe die geographiſchen Mitthei⸗ lungen gefunden hatte, und wie großen Dank ſie dem Gotteskaſtenvorſteher dafür ſchuldig war, ſo konnte ſie es gleichwohl nicht über ſich gewinnen, ihrem Sohne, auf den bis jetzt kaum ein mäßiges Täßlein gekom⸗ men, auch den kleinen Reſt zu entziehen und ihn dem geographiſchen Saufaus vorzuſetzen.

Henoch, nachdem er eine Zeit lang auf friſche Füllung des geleerten Luftballons gelauert und dabei bedeutſame Blicke nach der Ofenröhre geworfen, be⸗ ſchäftigte ſich endlich mit dem Aufbruch. Er verhieß,