ſchlagend, in ſeiner ununterbrochenen eintönigen Re⸗ deweiſe:
„Es dürfte ſicher von außergewöhnlichem Intereſſe ſein, Etwas von den Forſchungen zu vernehmen, ſo ich über das aſiatiſche Staatengebiet Kabul, welches dermalen Alt und Jung außergewöhnlich beſchäftigt, angeſtellt, in Erfahrung zu bringen. Nach ange⸗ ſtrengtem Studium und mühſamer Quellenforſchung iſt es mir gelungen, über beſagtes Kabul, auch Kabuli⸗ ſtan oder Afghaniſtan genannt, zu berichten wie folgt:
„Dieſes Königreich, ehedem zu Perſien gehörig, umfaßt einen Flächenraum von dreizehntauſend Qua⸗ dratmeilen, iſt von hohen ſchneebedeckten Gebirgsket⸗ ten durchzogen, von denen einige die Höhe von zwan⸗ zigtauſend Fuß erreichen. Der Hauptfluß iſt der In⸗ dus. Es gibt zahlreiche Steppen, doch auch viele fruchtbare üppige Gegenden, zahlloſe Gärten, worin die orientaliſche Frucht⸗ und Blumenwelt in reicher Pracht gedeiht. Die Zahl der Eingebornen beläuft ſich auf vierzehn Millionen, und ſie find ſehr ver⸗ ſchiedenen Stammes, den Perſern und Hindus ver⸗ wandt, theils völlige Nomaden, theils in Städten und Dörfern wohnend, und Halbnomaden, die nur eine Zeit lang im Jahre umherziehen. Viehzucht und Ackerbau ſind Hauptbeſchäftigungen, doch findet ſich in den Städten auch einiger Kunſtfleiß. Die Bewoh⸗ ner ſind kriegeriſch, roh und räuberiſch, aber gaſtfrei, beſcheiden, freimüthig und ohne Tücke, von Farbe gelb und braun. Sehr merkwürdig iſt alljährlich die Regenzeit, Munſun geheißen, welche vier Monate dauert und das ganze Land überſchwemmt. Ihr Her⸗ annahen wird durch große Wolkenmaſſen angekündigt, welche dem indiſchen Oeean entſteigen, und je näher ſie heraufkommen, immer ſchwärzer werden. Der


