Teil eines Werkes 
17. Band, Die Erbschaft in Kabul : komischer Roman : 1. Band (1854)
Entstehung
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Munſun tritt gewöhnlich während der Nacht ein und wird ſtets von einem furchtbaren Ungewitter begleitet, wovon ſich derjenige, welcher dieſelben Himmelserſchei⸗ nungen blos unter gemäßigten Himmelsſtrichen ge⸗ wohnt iſt, keine Vorſtellung zu machen im Stande iſt. Unter Sturmgeheul leuchten die Blitze mehre Stunden lang ohne alle Unterbrechung. Zuweilen er⸗ hellen ſie nur die Wolken des nahen Horizont, doch plötzlich enthüllen ſie die fernſten Gebirge, während die zunächſt gelegene Gegend von tiefer Nacht be⸗ deckt bleibt; doch im nächſten Augenblick ſteht auch dieſe wieder in ſonnenhafter Verklärung. Der Don⸗ ner rollt in Einem fort durch die fernen Gebirge, und wird nur zuweilen durch nähere Schläge über⸗ täubt, welche das Ohr urplötzlich mit ſo furchtbarem Krachen erfüllen, daß auch die unerſchrockendſte Seele davon erſchüttert wird. Endlich ſchweigt der Donner und man vernimmt nur noch das Getöne des unauf⸗ hörlich herabfallenden Regens und das Rauſchen der anſchwellenden Ströme. Der folgende Tag gewährt einen traurigen Anblick. Der Regen ſtürzt noch im⸗ mer in Strömen nieder und verſtattet kaum den An⸗ blick der verfinſterten Gefilde. Die Flüſſe ſind ange⸗ ſchwollen und getrübt, und reißen Zäune, Hecken und die Ueberbleibſel des Feldbaues mit ſich fort, den man während der dürren Jahreszeit in den Betten getrie⸗ ben hat. Nach einigen Tagen klärt ſich der Himmel auf, und wie durch einen Zauber umgeſchaffen, bietet die Natur einen ganz veränderten Anblick dar. Vor dem Gewitter ſind die Felder rings verdorrt, ver⸗ brannt; nirgends erblickt man ein grünes Blatt; keine Wolke unterbricht die vollkommenſte Reinheit des Himmels; der Dunſtkreis iſt mit Staub geſchwän⸗ gert, wodurch entfernte Gegenſtände wie durch einen Stolle, ſämmti. Schriſten. XvII. 3