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vernahm ich keine Silbe wieder, ſo daß ich ihn ſchon längſt als todt betrauerte. Hoffentlich iſt es ihm aber, und namentlich in den letzten Jahren, recht wohl ergangen.“
„Ach,“ meinte Gamaliel,„eiren guten Menſchen kann es gar nicht bös ergehen, denn er hat ja ſtets den lieben Gott auf ſeiner Seite; aber Du haſt mich, Mutterchen, wirklich ganz traurig geſtimmt, und je mehr wir erben, um ſo wehmüthiger werde ich ſein.“
„Du mußt hier auch erwägen,“ verſetzte die ſanfte Mutter,„daß, wenn uns der fromme Wille des Heimgegangenen Etwas beſcheert haben ſollte, wir die Gabe eines guten Menſchen nicht mit Schmerzen empfangen, denn er wollte uns ja eine Freude damit bereiten. Uebrigens,“ fügte ſie lächelnd hinzu,„wird unſer Geſpräch faſt komiſch, da es über eine Erb⸗ ſchaft handelt, die wahrſcheinlich im Monde liegt. Wie ich den ſeligen Balthaſar in ſeiner Jugend ken⸗ nen lernte, ſo ſchien er mir nicht von dem Tempera⸗ mente, Reichthümer anzuhäufen. Wir wollen uns daher in unſern Erwartungen nicht zu hoch verſteigen und die Erbſchaftsangelegenheit ſtill auf ſich beruhen laſſen. Hat uns der Himmel Etwas zugedacht, ei, wir nehmen es mit großem Danke; doch glaube ich noch immer, daß der gute Balthaſar, der ſchon in ſeiner Jugend aus froher Laune und luſtigen Stück⸗ leins zuſammengeſetzt war und gar zu gern die Leute neckte, ſich einen Scherz gemacht, um das gute Nie⸗ derroßla, dem er nie zugethan war, ſo zu ſagen in den April zu ſchicken.“
Gamaliel erblaßte, ſein Erbſchaftshimmel mit ſammt der Stein'ſchen Geographie, dem Matthiſſon und Schiller, ſtürzten bei den mütterlichen Worten


