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ſchaute,„er ſcheidet, wie er gelebt, groß. herrlich und ſtill, um einer neuen Welt als Morgenſonne aufzu⸗ gehen.“
Der Roſaduft der geſtorbenen Blume durchzog aber noch lange den blauen großen Dom; immer tiefer hinter die Berge ſank der leuchtende Tag und die leis nachſchleichende Nacht warf einen Flor nach dem andern über den letzten rothen Saum der Abendberge. Dämmerung hüllte Flur und Wald in geheimnißrei⸗ ches Dunkel, und der Abendſtern, welcher ſchon im bleichen Mantel der Abendröthe ſchwach geſchimmert hatte, trat ſiegend hervor.
„Die Welt,“ fuhr Gamaliel auf ſeiner Breter⸗ bank fort,„kann eigentlich gar nicht herrlicher einge⸗ richtet ſein als ſie es iſt. Kaum hat uns das ſtrah⸗ lende Tagsgeſtirn verlaſſen, ſo brechen neue Erden und Sonnen aus dem Weltenabgrunde empor, und verkünden die Allmacht Gottes überzeugender als der blendende Tag. Mit dem Menſchen iſt es ebenſo. Erſt nach dem Sonnenuntergange des Lebens treten die Sterne der Unſterblichkeit in himmliſcher Schöne hervor, und erleuchten freudig und glaubenshell das Schattenthal des Todes. Ich begreife daher nicht, wie der Menſch, ſo er nicht gemüthskrank oder bös, und als letzterer iſt er auch nur krank und kann und wird geſunden, den Tod ſo kohlſchwarz, erdfahl und fnochenbeinig finden kann, daß der Gedanke daran ihm ſchon Zit⸗ tern und Zähneklappern erregt. Das ſich abängſti⸗ gende Volk ſollte doch nur aufpaſſen und einſehen lernen, wie der liebe Gott Alles aufbietet, die Lebens⸗ luſtigen an das Sterben zu gewöhnen; er läßt ſie alle Abende einſchlafen und den nächſten Morgen neu⸗ geſtärkt und luſtig aus dem Bette ſpringen. Wenn der Tod eeut eingerichtet wäre, als er es iſt, ſo


