Teil eines Werkes 
17. Band, Die Erbschaft in Kabul : komischer Roman : 1. Band (1854)
Entstehung
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war. Man konnte von hier ſitzend und mit dem Rücken an den Lindenſtamm gelehnt, das glänzende Schauſpiel auf das Bequemſte mit anſehen, ohne daß man einen Kreuzer Sitz⸗ und Sehgeld zu entrichten gezwungen geweſen wäre, obſchon eine blecherne Büchſe mit der Ueberſchrift:Zur Verſchönerung der Ma⸗ rienhöhe oberhalb des ehrwürdigen Baums ange⸗ nagelt war.

Gamaliel hatte es ſeinem Galopp zu verdanken, daß er gerade auf dem Belvedere anlangte, als die Sonne untergehen wollte. Er war ſo erfreut dar⸗ über, daß er mit bloßem Dank diesmal nicht durch⸗ zukommen fürchtete und ſich zu Leiſtungen verpflichtet hielt. Demzufolge rollte, gleichſam als Sonnenopfer, der Kreuzer für das morgende Frühſtücksbrotchen in die Verſchönerungsbüchſe. Er fiel tief, und der Fall klang hohl, ein Zeichen, daß die zeitherigen Beſucher der Höhe nicht eben rothſchildmäßig ſich aufgeführt hatten, welches Gamaliel ſchmerzte.

Für ſeinen Kreuzer genoß aber der leutſelige Geber eins der großartigſten und koſtbarſten Schauſpiele, das dem Menſchenauge und Menſchengeiſte vorgeführt wer⸗ den kann. Die Sonne ging hinter einer mit Birken bewachſenen Anhöhe unter, die erſt vorige Nacht in Folge eines warmen Gewitterregens mit dem erſten zarten Grün war bekleidet worden, und verſank ſo unter Lerchengeſang und Abendlauten in das jung⸗ fräulichſte Brautbett. Es gewährte einen himmliſchen Anblick, wie der friſchgrüne Birkenwald immer gold⸗ ner wurde und im Feuer aufzugehen ſchien, und wie die untergehende Sonne ihr Flammengewand über ſämmtliche Abendberge breitete.

So ſtirbt ein großer Menſch, ſprach Gamaliel, deſſen holdſeliges Antlitz in Einem fo nach Abend