Teil eines Werkes 
17. Band, Die Erbschaft in Kabul : komischer Roman : 1. Band (1854)
Entstehung
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das Herz ſelber muß der Menſch mitbringen, ſonſt wird er erſtens kein Bethanien, ſondern ein Schirke

und Elend oder gar eine Löwenhöhle, und zweitens

keinen Vater und drittens keinen Sohn finden. Es entſchuldige ſich übrigens Niemand, er ſei Hausbe⸗ ſitzer oder Miethbewohner oder Aftermiether, daß im Logis kein Ort zu haben zur ſtillen Einkehr, oder daß die Geſellen und Lehrburſchen zu ſehr hämmerten und Mägde und Kinder rumorten. Er ſuche nur und er wird finden, Bethanien iſt für den wahrhaft Su⸗ chenden näher als die Kirche, in welche er gepfarrt iſt, und ein einfach Gebet kann zum Abendmahle werden. Gamaliel wandelte wie jeder Menſch zwiſchen Himmel und Erde, am Knospen umhangenen Loſſa⸗ ufer; nur daß ihm der Himmel ein ſolcher auch war und die Erde die Vorhalle. Die Schatten der Abend⸗ berge lagen weit im Thale dahin. Schon wateten ſeine Füße im Dunkel, während Bruſt und Kopf noch flammenumfloſſen emporragten. Er begann jetzt zu galoppiren, um die einige hundert Schritte entfernte Marienhöhe zu erreichen, von wo er ſchon oft einſa⸗ mer Zeuge des Sonnenuntergangs geweſen war. Eine junge Mutter, den Säugling im Arm, einen Regenbogen, einen Sonnenuntergang, einen Veſuvaus⸗ bruch mit dem Buſen von Neapel, die Alpen, die Nordſee, die Dresdner Gallerie, die Pyramiden, einen amerikaniſchen Urwald, den Syrius, die Peterskirche, das ſind alles Dinge, ſprach Gamaliel oft zu ſich, die man nicht oft genug ſehen kann. Es gefiel ihm daher keine andre Bank, die Ofen⸗ vank in Winterabenden nicht ausgenommen, mehr, als die einfache Bretbank, welche am Stamme des alten Lindenbaums auf der Marienhöhe zur Beobachtung des Sonnenuntergangs ſehr zweckmäßig angebracht

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