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bei dem künſtleriſchen Hofmaler ein Renegatenthum nicht denkbar, noch viel weniger glaubbar ſei. Es würde ihn dann ein böſes Gewiſſen ſicher nicht an das chriſtlich-proteſtantiſche Niederroßla in ſeinem letzten Willen, welches ja kein egoiſtiſcher, ſondern ein moraliſcher und heiliger ſei, haben denken laſſen.
Schnuphaſe, welchem dieſer Grund einleuchtete, nickte Beifall aus der Höhe und zog den Kopf zurück; Gamaliel that daſſelbe mit ſeinen zwei Füßen, die er wie Oelmühlenſtampfer aus dem Sumpfe hob, und begann wieder zu ſpringen, der Wachsbleiche zu.
Er wollte ſo eben mit ſtürmendem Herzen in die Stube und der Mutter um den Hals fallen, als er den Zugang zu dem Gegenſtande ſeiner Zärtlichkeit durch nicht weniger denn ein Dutzend theilnehmender Nachbarinnen verrammelt fand, die ſich ſämmtlich aus Theilnahme für das freudige Geſchick der Wittwe Drollinger, obſchon es Sonnabend war, zum Kaffee eingeladen hatten. Mit Taubenſanftmuth ſaß Felici⸗ tas inmitten der geſprächigen Nachbarſchaft und theilte der gefräßigen weiblichen Neugier, welche jedes Wort vom Munde wegſchnappte, die ſchon zehnfach wiederholten dürftigen biographiſchen Notizen über den Hofmaler mit; wie derſelbe ſie und ihren ſeligen Mann in Ringethal beſucht, ehe er in die weite Welt gegangen, und ſich mehre Tage bei ihnen aufgehalten habe. Seit jener Zeit ſei ihr aber nicht die geringſte Nachricht von ihm wieder zu Ohren gekommen, ſo daß ſie ihn endlich als todt betrauert. Das Schönſte aber hierbei, wie ſie dem Lehrling ihren einzigen treu bewahrten Sparducaten auf den Weg gegeben und ihm gerathen, nicht wieder zum Beutler zurückzukeh⸗ ren, ſondern ſein Glück im Zeichnen zu verſuchen, und ihm für dieſen Zweck einen Empfehlungsbrief an einen
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