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Das ſchmerzte Gamaliel, er bat, daß es ihm er⸗ laubt ſei, ſich auch mit zu plagen.
„Nein,“ erwiederte der Alte,„man laufe ſich ein⸗ mal aus, Bergluft erfriſcht das Blut, macht die Glie⸗ der gelenkig, ſtärkt die Geſundheit; man wird mir's in ſpätern Zeiten noch danken.“
Dem Gamaliel, welchem Alles, was der Doctor Eiſenbeiß ſprach, Befehl war, eilte ſelig und leicht, obſchon er hundert Himmel in der Bruſt trug, dem Thore zu. Für den Glücklichen iſt Einſamkeit wohl⸗ thätig; die Nachmittagsferien konnten dem Schreiber daher nicht gelegener kommen.
Schon blickte die Frühling athmende Landſchaft durch den Thortunnel, die Lerchen da draußen ſan⸗ gen ſo verheißend, als ein Gedanke den Jüngling am Rockkragen packte und ſtehen hieß: es war der Ge⸗ danke an Felicitas. Gamaliel hatte mit der Guten über die Erbſchaftsangelegenheit noch mit keiner Silbe geſprochen. Der Pachtcontract hielt ihn ſeit der früh⸗ ſten Morgenſtunde am Pulte feſt.„Dem Doctor,“ ſprach der gute Sohn für ſich,„wird's nichts ver⸗ ſchlagen, wenn ich ſpäter renne und vorher mit der Mutter Rückſprache nehme. Ich kann die Freudenlaſt allein ſo nicht fortbringen, und muß ein par Kiſten Goldperlen abwerfen der Mutter in's Haus.“
Je länger er darüber nachſann, deſto rechtſchaffner erſchien ihm dieſe Anſicht. Sie ſiegte auch und er ſchwenkte vermittelſt eines Quergäßchens links vom Frühlinge ab und ſtürmte nach der Wachsbleiche, ſo hieß die Häuſerreihe, wo Felicitas beim Horndrechsler Ziegenbalg, einem gottesfürchtigen Manne, zur Miethe wohnte. Auf dem Wege dahin hatte der Schreiber viel Freudigerſtickendes auszuſtehen. Da die Straßen⸗ pflaſterung in Niederroßla nie recht gedeihen wollte,


