Teil eines Werkes 
17. Band, Die Erbschaft in Kabul : komischer Roman : 1. Band (1854)
Entstehung
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Ein curioſer Fall, ſprach der Kleine,als ich eines Tags von Montpellier nach Marſeille wanderte, traf ich mit einem Handwerksburſchen zuſammen, der mir von einer ähnlichen Erbſchaft in ſeiner Familie erzählte. Es wäre übrigens gar nicht ſo übel, wenn ſich einmal eine ſolche afiatiſche Lachtaube in unſerm guten Niederroßla niederließ und goldne Eier legte; namentlich wär's den armen Schulleuten zu gönnen.

Eiſenbeißen's Menſchen- und Nächſtenliebe vergaß ſich am drei und zwanzigſten April nach Tiſche ſo weit, daß er ſeinem Schreiber, nachdem er den mun⸗ dirten Pachtcontract überflogen und belobt, für heute Feierabend gab, obſchon die Uhr erſt auf Nachmittag halb Vier wies.

Man bearbeite die Frau Mama, gab er dem Gamaliel auf den Weg,daß ſie ſich von ihrem Rechte nichts vergiebt; keine Hand breit; das india⸗ niſche Vogelneſt kann ihr nicht entgehen mit Rumpf und Stiel, kein Federchen darf fehlen, oder es müßte keine Gerechtigkeit hienieden geben; ſo viel ſag ich.

Uebrigens verliere man nicht Kopf und Herz, fuhr der alte Praktikus fort,wenn Aſiens Schätze blinken, man wolle nicht verſchwitzen im Taumel des Wohllebens, daß ich es zeither war, der Brot gab.

O, nimmer, nimmer, betheuerte Gamaliel; ſein ſanftes Auge ſchwamm in Wonne und das Herz war voll von Freude und Frühling.

Man hat manchen Bock geſchoſſen, meinte Ei⸗ ſenbeiß,ich nahm's nicht genau; Dankbarkeit iſt eine chriſtliche Tugend; man ergehe ſich im Freien, es iſt noch früh am Tage, die Jahreszeit paſſabel; Frühlingswind ſtimmt die Bruſt gelinde und ermun⸗ tert das Herz zu dankbaren Gefühlen; ich muß mich noch plagen.