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„Maria, möcht' ich Dich begrüßen! Mein Herz hat ſtets Dich ſo genannt. Seh' ich ein klares Bächlein fließen, Setz' ich mich ſtill an ſeinen Strand; Maria, rieſeln ſeine Wogen,
Maria ſoll Dein Namen ſein u. ſ. w.“
Nach den Marien kommen die Paulinen. Auch dieſe ſind in der Regel recht hübſch; und ich würde überhaupt bei jeder königlich ſächſiſchen Ge⸗ vatterſchaft den guten Rath geben, das reſpective Töchterlein Marie oder Pauline zu taufen; es würde da gewiß einmal recht hübſch.
Auf die Paulinen folgen die Thereſen, dieſen die Sophien, die Luiſen, Henrietten, Ama⸗ lien, die Julien und Emilien, dieſen die Char⸗ lotten und Karolinen, die Auguſten, Wilhel⸗ minen und Mathilden. Auch Clärchen giebt's die Menge, und in Dresden heißt alle Welt Ida.
Beſcheidenheit iſt eine der hervorragendſten den meiner ſchönen Landsmänninnen. Sie würden es nur ungern ſehen, wollte ich dieſes Kapitel, welches allein über ſie handelt, noch weiter fortſpinnen, ob⸗ ſchon mir der intereſſanteſte Stoff zu Gebote ſtünde, wo ich meine über allen Tadel erhabene Beobachtungs⸗ gabe im glänzendſten Lichte zeigen könnte. Indeß meine Galanterie iſt doch noch größer als meine Au⸗ toreitelkeit, was gewiß viel ſagen will, und indem ich dem Wunſche der beſcheidenen Schönen zuvorzukommen ſuche, ſchließe ich dieſen Aufſatz mit der Bitte an alle nichtſächſiſchen Leſer, recht bald ſelbſt in mein freund⸗ liches Heimathland zu kommen und ſich von der Wahr⸗ haftigkeit meiner Ausſagen über die ſächſiſchen Mäd⸗ chen zu überzeugen.
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