Teil eines Werkes 
23. Band, Je länger je lieber : Phantasiestücke und Erzählungen : 2. Band (1855)
Entstehung
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b) in die Provinz.

Alles, was nicht Sahne ſtatt Rahm ſagt, was nicht zittert und bebert, ſondern nur zittert und bebt, gehört zur Provinz; das herrliche Dresden im blühenden Elbthale mit ſeinen Kunſtſchätzen, Dresden, die Haupt⸗ und Reſidenzſtadt, das gewerbreiche Chem⸗ nitz mit ſeinen Fabriken Alles iſt Provinz, hat neun Zehntheile weniger Anſpruch auf die ewige Glückſeligkeit, und Leipzig mit ſeinen fetten Lerchen und magern Profeſſuren iſt die allmächtig gebietende Urbs.

Doch ich kehre zu meinem Hauptthema, den ſäch⸗ ſiſchen Mädchen, zurück.

Mir ward Gelegenheit, die ſächſiſche Flora in den verſchiedenartigſten Jahreszeiten zu beobachten. Wie manche ſelige Winternacht lehnte ich an einem Pfei⸗ ler der kerzenflammenden Ballſäle des Hotel de Po⸗ logne in Leipzig, und ſah die reizenden Guirlanden des Cotillon an mir vorüberſchweben. Ich habe ſie geſchaut die liebliche Flora der Leipziger Gewandhaus⸗ concerte, ſo wie die freundlichen Blumen der Reſi⸗ denz, in reizender Verklärung der hundertfach flam⸗ menden Kerzen, umwogt von den ſüßeſten Melodien Bellini's. Man befand ſich in einem Zauberparke von Tauſend und Einer Nacht; man war berauſcht, entzückt, aber nicht erquickt. Die lieblichen Blu⸗ men waren eben nichts als Balldamen, und wenn man am Tage nach dem Ball den blaſſen, kränklichen Geſtalten auf der Promenade begegſete⸗ ſchwand vol⸗ lends alle Pveſie.

Aber es gibt außer Leipzig und Dresden noch eine andere ſächſiſche Flora, die wie ein duftendes Veilchengebild in der Stille ihrer Berge und Thäler