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jetzt die Nutzanwendung auf die ſächſiſchen Mädchen. Wenn ich von ihnen im Allgemeinen behaupte, daß ſie mit ihren Herzen nichts anzufangen wüßten, als ſich damit zu verlieben, ſo ſoll Das ſo viel heißen, daß ſie ſich mit beiden Herzkammern verlieben; die Leipzigerinnen machen aber eine Ausnahme und ver⸗ lieben ſich blos mit Einer, während die Andere mit allerhand Contrebande, als da ſind Feronieren, Spitzen, Marabvuts, Ballengagements und mit noch ſchlimmeren Dingen vollgepfropft iſt.
Die Leipziger Mädchen ſind wie ihre vaterländi⸗ ſchen Colleginnen zwar conſtitutionelle Staatsbürgerin⸗ nen, aber liberaler geſinnt. Sie geben dem Zwei⸗ kammerſyſtem den Vorzug. Es iſt da ein ewiger Streit der Intereſſen zwiſchen Liebe, Eitelkeit und Gefallſucht, während die Mädchen in der Provinz gar nicht wiſſen, daß ſie zwei Kammern haben, da in beiden nur die Liebe wohnt.
Die Mädchen in der Provinz, was ſoll das be⸗ deuten? Es iſt gut, daß mir dieſe Redensart in den Weg kam, ich habe mich lange genug darüber geär⸗ gert, und erhalte nun Gelegenheit, einmal dem Leip⸗ ziger Uebermuthe beizukommen.
Die Leipziger, doch damit ich nicht ungerecht werde, faſt nur das junge Leipzig, la jeune Leipsie, wenn es auch nicht ganz der Ueberzeugung lebt, daß Leipzig der Mittelpunkt der Erde und der Civiliſa⸗ tion, und daß der liebe Gott den 5400 Meilen lan⸗ gen Aequator blos erſchaffen hat, damit er ſich um Leipzig drehe, hat ſich ſeine eigene Geographie ge⸗ ſchaffen. Nach dieſem Leipziger geographiſchen Kate⸗ chismus wird das Königreich Sachſen eingetheilt:
a) in die Stadt Leipzig, inclusive der Kohlgär⸗
ten und Straßenhäuſer, und


