Teil eines Werkes 
23. Band, Je länger je lieber : Phantasiestücke und Erzählungen : 2. Band (1855)
Entstehung
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nicht auch ſehr ſchöne Mädchen wüchſen, bewahre der Himmel! Auch leb' ich der moraliſchen Ueberzeugung, daß ſich% Theile meiner Landsmänninnen für ſehr ſchöne Mädchen halten.

Hätt ich völlig freie Hand, würd' ich obiges Bonmot noch auf eine zweite Art variiren und ſchreiben:

In Sachſen, wo die herzigen Mädchen wachſen.

Dies kann ich ſogar auf geographiſchem Wege beweiſen. Deutſchland oder, wie die Turner wollen, Teutſchland, oder demagogiſch das deutſche Vaterland, oder laut der Wiener Congreßakte die deutſchen Bun⸗ desſtaaten find bekanntlich das Herz von Europa; Sachſen wiederum iſt das Herz von Deutſchland; kann es aber nach deutſcher Logik und Fundamental⸗ Philoſophie anders kommen, als daß auf ſolch' her⸗ zigem Terrain die meiſten herzigen Mädchen wachſen? Ein ſächſiſches Mädchen weiß mit ihrem kleinen Her⸗ zen in der Welt Gottes Nichts anzufangen, als ſich damit zu verlieben, und das macht das ſüße Kind eben ſo herzig und liebenswürdig.

Indem ich den letzten kühnen Satz niederſchreibe, fallen mir die Leipzigerinnen ein, und ich komme in nicht geringe Verlegenheit. Daß die Leipzigerinnen auch ſächſiſche Mädchen, kann ich nicht läugnen und gleichwohl paßt da mein Satz nicht, daß ſie mit ih⸗ ren diverſen Herzen Nichts anzufangen wüßten, als ſich zu verlieben. Ich will mich auf gut conſtitutio⸗ nellem Wege aus der Schlinge ziehen und ſo klar als möglich faſſen.

Jeder Mediciner, wenn er auch noch nicht pro⸗ movirt hat, wird mir zugeſtehen, daß jedes irdiſche Mädchen, von andern iſt die Rede nicht, mit zwei Herzkammern geboren wird. Nun gut, ich mache