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Geſchichte neuerer Zeit nicht arm. Oft waren die urſachen noch unbedeutender als Schwalbenneſter.
Der Gutsherr, welcher der Schwalbenneſter⸗Re⸗ volution ſo determinirt auf den Kopf trat, war Nie⸗ mand anders als Herr von K..., der als ſpäterer Landſtand die Kammeroppoſition vernichtete. Seine Sprichwörter und Bonmots waren gefürchtet. Mit einem Sprichwort ſchlug er einmal die ganze Debatte darnieder, die für das Miniſterium ſchon eine ſehr be⸗ denkliche Wendung nahm. Die Oppoſition beſchwerte ſich nämlich über die vielen Cenſurlücken in der in⸗ ländiſchen periodiſchen Preſſe. Man brachte die gra⸗ virendſten Beweiſe vor. Die Miniſterbank gerieth in die Enge. Da erhob ſich Herr von K....
„Meine Herren,“ rief er,„ich verſichere auf Ehre, daß mich die Cenſurlücken nie incommodirt haben. Ich habe da meine Philoſophie und denke: Was ich nicht weiß, macht mich nicht heiß.“
Die rechte Seite fand dieſe Anſicht eben ſo weiſe als beruhigend; das Miniſterium ſchöpfte friſchen Athem, und die Oppoſition blieb in der Minorität.
Ich lernte Herrn von K.... einmal in Baden⸗ Baden perſönlich kennen. Er war der leibhafte Re⸗ präſentant des Conſervativ⸗Syſtems und hatte ſich ſelbſt vortrefflich conſervirt. Die Stürme der Revo⸗ lution waren ſpurlos über dieſen deutſchen Schädel dahin gegangen. Seine einzige Sorge beſtand darin, noch ſo lange zu leben, bis den Franzoſen noch et⸗ was Tüchtiges am Zeuge geflickt wäre. Herr von X. hatte nämlich alle Urſache, mit Frankreich un⸗ zufrieden zu ſein. Die Franzoſen hatten nach und nach faſt ſeine ſämmtliche Vetterſchaft todtgeſchoſſen, von den Revolutionskriegen an bis Anno 1815. Er ſelbſt zählte mir eine Menge verklärter Coufins auf.


