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aber ruhte wie ein ſtiller Segen das letzte heiligſte Geſchenk, das ich im Vaterland erhalten— eine Locke Germaniens.
Die Schwalhenneſter⸗Revolution.
— In einem deutſchen Fürſtenthume ereignete ſich der tragiſche Fall, daß mehre Schwalben, die in einem Grenzdorfe ihre Neſter bauten, die Baumaterialien aus dem ausländiſchen Gebiete herüber trugen. Der Gutsherr, ein Patriot, ſo wie er von der Paſcherei erfuhr, gab den Befehl, die unverſteuerten Neſter zu zerſtören. Ein böſes Beiſpiel verderbt gute Sitten, hatte er geſagt, denn er wußte für die verwickeltſten Lagen im Leben Sprichwörter.
Die gutsherrliche Executions⸗Armee ſetzte ſich ſo⸗ fort gegen die Schwalbenneſter in Bewegung; die Bauern aber, die, wie ihre ſämmtlichen Collegen im
deutſchen Lande, die Schwalbenneſter an den Häuſern
für glückliche Omina erkennen, wollten die Zerſtörung nicht zugeben und ſetzten ſich zur Wehre. Der Guts⸗ herr, weil er für ſolch' außerordentlichen Fall kein Sprichwort wußte, ließ anſpannen, fuhr nach der Re⸗ ſidenz und ſchlug Lärm. Sogleich behandelte die deutſche Preſſe die kleine Revolution mit der ihr ei⸗ genthümlichen Delikateſſe; aber im Pariſer Temps las ich ſie bereits mit Kanonen. In das rebelliſche Dorf rückten Dragoner und verblieben daſelbſt, bis die Schwalben in die Winterquartiere zogen.. An ſolchen Miniatur⸗Revolutionen iſt die deutſche Stolle, ſämmtl. Schriften. XRIIl⸗ 10


