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Die Racht in Jorſthauſe.
Nuuſchend ſchlugen die finſtern Fichtenhäupter, vom Sturme gepeitſcht, aneinander. Es war eine Nacht zum Tollwerden, aber in Deutſchland wird man nicht ſo leicht toll. Unſere treffliche Philoſophie, und jeder Deutſche iſt geborner Philoſoph, läßt es nicht zum Aeußerſten kommen. Wir haben da ein reichhaltiges Lager von Stoßſeufzern und Sprichwörtern für die Stunden der Trübſal.
Ich ſtärkte mein durchnäßtes und verzagtes Ge⸗ müth mit ſolchen Bonmots, und erreichte auch glück⸗ lich eine Förſterwohnung, die mitten im Walde lag. Die Hunde erhoben ein ſolch entſetzliches Geheul, als habe man ſie vier Wochen lang auf mein theures Fleiſch und Bein faſten laſſen. Ich lebte damals wirklich der moraliſchen Ueberzeugung, daß ich die Sonne des nächſten Tages nicht erleben würde.
Das Forſthaus, ſo viel ich in der Finſterniß ge⸗ wahren konnte, war ſo alterthümlich-romantiſch, daß es jeder umſichtigen Theaterdirection als Muſter zu empfehlen wäre, und die Leute, die mir entgegentra⸗ ten, konnten ſich getroſt in die Brockhaus'ſche Urania binden laſſen, als abgeſchloſſene und abgerundete Charaktere des Waldbruders Ludwig Tieck.
Eine tiefe Baßſtimme richtete folgende Apoſtrophe an mich:
„Plagt Sie der Satan, Herr Urian, in dem Teufelswetter! Ein Glück für Ihre Lenden, daß Sultan gekuppelt. Nun, ſein Sie ſchönſtens will⸗ kommen.“


