Teil eines Werkes 
23. Band, Je länger je lieber : Phantasiestücke und Erzählungen : 2. Band (1855)
Entstehung
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zen Lebenslauf, ſeine kümmerlichen Verhältniſſe, ſeine ſiebenundzwanzigſte Bewerbung um ein Pfarrſtellchen, ſeinen Frackumtauſch und ſein trauriges Geſchick in Betreff des verlorenen Kattuns. Es that dem Armen ordentlich wohl, ſein Herz einmal recht ausſchütten zu können; aber während der Mittheilung ſeines trü⸗ ben Geſchicks und ſeiner Leiden bemerkte er nicht, wie ſich Angelika wiederholt die Thränen trocknete, die ihr unwillkürlich bei der Mittheilung des Candidaten hervortraten.

Elias gelangte endlich mit ſeiner Geretteten noch in früher Tagesſtunde wohlbehalten in Krautberg an, wo er ſie unnittelbar nach der Wohnung des ihm befreundeten Pfarrers führte und woſelbſt ſie die wohlwollenſte Aufnahme fand. Zugleich machte er von dem Raubanfalle bei der ſtädtiſchen Behörde An⸗ zeige. Die Nachricht davon verbreitete ſich alsbald durch das ganze Städtchen und halb Krautberg, auf die abenteuerlichſte Art bewaffnet, ſetzte ſich alsbald, Gerichtsperſonen an der Spitze, nach dem Walde in Bewegung, wo die Räuber den herrſchaftlichen Wa⸗ gen angefallen hatten. Auch ſchickte Angelika einen Expreſſen an ihre Aeltern nach der Reſidenz.

Der vereinten Anſtrengung der braven Krautber⸗ ger gelang es auch, nicht ſowohl die Geſellſchafterin Angelika's zu befreien, welche gleichfalls an einen

Baum gebunden war, ſondern auch der Raubgeſellen

habhaft zu werden, die bei dem Anfalle keinen andern Zweck gehabt hatten, als durch Schrecken, Drohungen

und Martern aller Art die beiden hilfloſen Mädchen

zu dem Geſtändniſſe zu bringen, an welchem Orte Angelika's reicher Vater ſeine Gelder und Staatspa⸗ piere verborgen habe. Man wollte ſodann auf dem Gute einbrechen, wo man einen großen Raub zu voll⸗