Teil eines Werkes 
23. Band, Je länger je lieber : Phantasiestücke und Erzählungen : 2. Band (1855)
Entstehung
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er hatte bei ſeinem hochherzigen Rettungswerke ſein Päckchen Kattun und auch das Tüchlein für den Bru⸗ der verloren, welches ſorgfältig in das Zeug einge⸗ ſchlagen war. Dahin waren nun mit einem Male all die ſchweren Opfer, welche er der kindlichen und brüderlichen Liebe gebracht hatte. Vergebens war der ſtattliche Frack für das dürftige Nankingjäckchen da⸗ hingegeben worden. Vergebens hatte er gehungert, gedürſtet, gefroren und vergebens war er im vaga⸗ bondenähnlichen Coſtüme durch's Land gepilgert.

Im Anfang wollte er Rechtsumkehrt machen und es koſte, was es wolle, ſein Päckchen wieder erobern; aber bei näherm Ueberlegen, was ſollte dann aus dem Fräulein werden, die er aller Hülfe baar und ledig zurücklaſſen mußte?

Aber auch Angelika rang plötzlich die Hände und blickte nach dem Walde zurück, den ſie vor Kurzem verlaſſen hatten, denn ſie gedachte ihrer Freundin, die in Räubers Hand zurückgeblieben war.

Die Beiden machten einige Sekunden Halt. Keins wußte, weshalb das Andere ſo in Verzweiflung ge⸗ rieth, als plötzlich das Gefühl der eignen Rettung alle andere Gedanken verdrängte und ſie zur eiligſen Weiterflucht antrieb; denn aus der Tiefe des Waldes ward wieder das gefährliche Pfeifen vernommen.

Nachdem man wieder eiligen Scheitts eine ge⸗ raume Strecke zurückgelegt hatte, wagte Angelika ſchüchtern ſich nach der heftigen Bewegung ihres Ret⸗ ters zu erkundigen.

Dem Elias fiel das Herz vor die Füße. Er ge⸗ dachte wieder des verlornen Kattunpäckchens und des Tuchs und ſeines armen Mütterchens und des kranken Bruders. Die Thränen waren ihm nahe und ſo er⸗ zählte er offen und treuherzig ſo ziemlich ſeinen gan⸗

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