Teil eines Werkes 
23. Band, Je länger je lieber : Phantasiestücke und Erzählungen : 2. Band (1855)
Entstehung
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bringen hoffte, da man erfahren, daß Angelika's Va⸗ ter noch vor wenig Tagen eine Summe von mehr als funfzehntauſend Thalern eingenommen, die ſich noch auf dem Gute befinde. Glücklicherweiſe ward äber das Vorhaben der Böſewichter durch ihre urplötzliche Gefangennahme zu nichte gemacht.

Bereits am andern Tage langte Angelika's Vater mit Courierpferden in Krautberg an und umarmte unter Freudenthränen erſt ſeine Tochter, dann Elias, welcher mit einem Male Held des Tages geworden war. Kaum aber hatte er von der traurigen Lage des armen Candidaten und ſeiner Familie Nachricht erhalten, als er ſich auf das Edelmüthigſte derſelben annahm.

Es waren kaum vier Wochen in's Land gegangen, ſo ward der ſchönſte Erdenwunſch unſeres Elias er⸗ füllt. Er erhielt ganz in der Nähe von Lindenthal, ſo hieß das reizend gelegene Gut, wo Angelika's Familie wohnte, eine einträgliche Pfarrſtelle. Schon mit herannahendem Herbſte, alle Aeſte beugten ſich vom Segen Gottes tief zur Erde, gab's fröhlichen Einzug von Elias und den Seinen in das neue Ely ſium. Das Mütterchen erhielt ihr Stübchen mit der Ausſicht nach dem Gärtchen und ihr Brätchen alle Sonn⸗ und Feſttage, wie ſich's der fromme Sohn geträumt in ſeinen hoffnungsvollſten Stunden. An⸗ gelika und ihre aus Räuberhand gerettete Freundin, ſo wie die geſammte gutsherrliche Familie zu Linden⸗ thal, machten ſich's zur angelegentlichſten Pflicht, die Mutter des frommen Pfarrers auf das Sorgſamſte zu pflegen. Auch der kranke Bruder genaß in den jetzi⸗ gen glücklichern Verhältniſſen allmälig von ſeinem Bruſtleiden und fand als Gärtner in dem ſchönen Garten zu Lindenthal eine paſſende Anſtellung; Elias