13
ſchwur und betheuerte, daß er gewiſſenlos an Weib und Kindern handle.
Der Candidat ward nun metamorphoſirt. Das gelbe Nankingjäckchen ſtand ihm ziemlich poſſirlich zu ſeinen ſchwarzen Beinkleidern und ſchwarzer Weſte. Allein da es gerade Sommer war, fiel die ſonder⸗ bare Tracht nicht weiter auf. In dem benachbarten Ausſchnittladen begann Elias nun einen neuen Han⸗ del, kaufte für vierzehn und einen halben Groſchen Kattun, allerdings nicht den feinſten, und für drei Groſchen ein Halstuch für den Bruder.
Himmelſelig wanderte er nach dieſen für ihn ſo wichtigen Geſchäften zum Thore hinaus. Er konnte ſich's zwar nicht verhehlen, daß ihn der Verluſt ſei⸗ nes ſoliden Fracks etwas ſchmerzte, das Jäckchen war auch gar zu luftig, und daß er ſo wenig auf ſeinen Schwarzen herausbekommen; wenn er aber des Kat⸗ tuns gedachte, des Halstuchs und der Freude, die er damit anrichten werde, ſo verſchwand jede weh⸗ müthige Empfindung, denn der Himmel einer rüh⸗ renden kindlichen Liebe mit all' ſeinem Segen ruhte in ſeiner Bruſt.
Jetzt ging die Reiſe leichten Schritts auf Feld⸗ wegen zwiſchen wogenden Kornfeldern hindurch, von Dorf zu Dorf, immer in der Richtung nach ſeiner Heimath. Der Abend war ſchon hereingebrochen, als er ein armſeliges Dörfchen erreichte, wo er zu übernachten beſchloß. Jetzt fühlte er recht den Man⸗ gel ſeines Fracks, denn mit einem ſolchen hätte er als frommer Candidat vielleicht bei dem Ortsgeiſt⸗ lichen Abendimbiß und Nachtherberge gefunden; in ſeinem dermaligen Coſtüm wagte er aber nicht ſeine Aufwartung zu machen.
Am folgenden Tage kam ihm die Gegend, wo


