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der Reſidenz, und dem Oberconſiſtorial⸗Präſidenten ſeine Aufwartung machen.
Großblumige Hoffnungen in der Bruſt und von den ſchönſten Träumen umgaukelt, machte ſich unſer Candidat auf den Weg.
„Mütterchen,“ hatte er beim Abſchiede geſchwo⸗ ren,„wenn ich die Stelle bekumme, ſollſt Du den Himmel auf Erden haben.“ Er beſchrieb ihr dann die Einrichtung ſeiner kleinen Wirthſchaft, wie ſie ihr eigenes Stübchen bekommen ſollte nach dem Garten hinaus, und alle Sonn⸗ und Feſttage müſſe ſie ihr Brätchen haben, anders thue er es gar nicht. Der Menſch iſt ſo glücklich in ſeinen Träumen.
„Wer Gott vertraut, hat wohl gebaut,“ erwie⸗ derte die fromme Alte auf das begeiſterte Gemälde, das der gute Sohn vor ihr ausbreitete.„Gehe mit Gott, mein Sohn, nur ſeine Wege führen zum Heile.“
Bald darauf ſehen wir den Candidaten ruhig die Straße dahin ſchreiten. Der junge Morgenwind ſpielte in den Zweigen, die Sonne lachte ſo golden über dem grünen Walde, die Vögelein muſicirten, und Elias war ganz gottvergnügt. Eine frohe Ah⸗ nung ſagte ihm, daß er diesmal den ſo oft zurückge⸗ legten Weg nicht vergebens mache. War nicht mor⸗ gen ſein vierzigſter Geburtstag? Gewiß hatte es der liebe Gott in ſeiner Weisheit und Güte ſo ein⸗ gerichtet, daß ſein jahrelang gehegter Wunſch an ſei⸗ nem Geburtstage in Erfüllung gehen ſollte. Ein himmliſcheres Angebinde konnte ſich der Gute auch nicht denken.
Aber der Menſch denkt und Gott lenkt, das iſt ſeit Ewigkeit ſo geweſen und wird in Ewigkeit ſo bleiben. Als Weithaas nach zweitägigem Tagemar⸗


