Teil eines Werkes 
18. Band, Die Erbschaft in Kabul : komischer Roman : 1. Band (1854)
Entstehung
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Die Niederroßlaer ſtaunten ihren wiedergefundenen Landsmann, als er mit ſeinem Rieſenkopfe anlangte, wie ein Wunderthier an. Zeiſig erkannte ſeinen At⸗ taché nicht wieder und der Factor, als er das Kopf⸗ gebäude näher betrachtete, nahm ſich kopfſchüttelnd eine Priſe.

Nach einer wegen der übergroßen Hitze nicht eben angenehmen Küſtenfahrt gelangte man nach dem Ha⸗ fen von St. Louis, wo mehre theils nach Europa, theils nach Oſtindien beſtimmte Schiffe vor Anker lagen.

Sir John trug für die Niederroßlaer die mög⸗ lichſte Sorge. Sie erhielten auf dem Oſtindienfahrer ein faſt eben ſo gutes Unterkommen, als ſie auf dem Habicht gefunden, ohne daß ſie einen Heller mehr als die in Hamburg feſtgeſetzten Fahrpreiſe zu entrichten gehabt hätten.

Lagemann, nachdem er nicht weniger denn vierund⸗ zwanzig Stunden die Artilleriebärmütze auf dem Kopfe gehabt, denn ſo lange waren die Vorſichtsmaßregeln gegen die Moskitoſtiche unerläßlich, entpuppte ſich end⸗ lich und bekam die Sprache wieder.

Die Beſchreibung ſeiner Leiden grenzte geradezu an's Aſchgraue. Er ward allemal ganz außer ſich, wenn er nur darauf zu ſprechen kam. Noch mehr gerieth er aber in Aufruhr, als der Tag der Abfahrt heranrückte. Er wußte nämlich jetzt nicht, ob er noch mit nach Kabul oder mit Sir John zurück nach Europa ſegeln ſollte, da nach Hanno's Bekenntniß ſein Antheil an der Erbſchaft ſo gut wie im Monde lag. Seine Wuth gegen den Heldenſpieler, obſchon dieſer ihn mit Lebensgefahr aus den Händen der Schwarzen und von der Anſtellung eines Oberhofbar⸗ biers befreit, überſtieg alle Grenzen und ging mehre Male ſo weit, daß er den geflüchteten Hanno, ein