Teil eines Werkes 
18. Band, Die Erbschaft in Kabul : komischer Roman : 1. Band (1854)
Entstehung
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an, und ihre Heiterkeit nahm in dem Grade zu, als der Gemarterte ſeine Schmerzenslaute in den wunder⸗ barſten Cadenzen variirte. Als er endlich gar zu heulen begann, wälzte ſich die geſammte ſchwarze Rotte wie närriſch im Graſe umher und ſchlug Pur⸗ zelbäume vor Wolluſt.

Nach endloſen vier Stunden, die dem Attaché wie vier Jahre erſchienen, ſollten ſeine Leiden ihr Ende finden. Hanno nahte mit der Befreiungsarmee. Die zehn Wächter ergriffen die ſchleunigſte Flucht und ließen den gefeſſelten Prometheus ohne Kampf in den Händen der Europäer.

Der Attaché war mehr todt als lebendig. Er gab nur wenige Worte von ſich; worauf ſein Kopf, um die Moskitoſtiche weniger ſchmerzhaft zu machen, wie eine Blumenzwiebel in fette Erde emballirt wurde.

Nachdem man ſich an dem Frucht- und Brotvor⸗ rath, welchen die Schwarzen im Kraal zurückgelaſſen, weidlich geſtärkt hatte, wurde der Rückweg angetreten. Lagemann glich, was ſeine Kopfbedeckung anlangte, einem reitenden Artilleriſten der einſtigen Napolevni⸗ ſchen Kaiſergarde. Einen ſolchen Umfang nahm das Territorium ein, welches er auf dem Kopfe trug und woran er wie ein Atlas zu ſchleppen hatte. Zu re⸗ den war ihm nicht erlaubt, denn ſo wie er den Mund aufthat, drohte ein Erdfall. Alſo ſchwieg er, obſchon ihm dies äußerſt ſchwer ankam; denn Lage⸗ mann war nicht der Mann, ein ſo grauſiges Aben⸗ teuer, wie er erlebt hatte, auf dem Herzen zu be⸗ halten.

Ohne von dem Negerſtamme oder durch reißende Thiere nochmals behelligt zu werden, erreichte man nach einem ziemlich langwierigen Marſche das Lager, wo Alles zur Abfahrt nach St. Louis bereit ſtand.