Teil eines Werkes 
18. Band, Die Erbschaft in Kabul : komischer Roman : 1. Band (1854)
Entstehung
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diesmal gerade das Gegentheil. Er encouragirte die Matroſen, ihm zu folgen, und hatte den Muth, ſie direet nach dem Negerkraal zurückzuführen. Er ge⸗ traute ſich, mit dieſer, obwohl geringen Mannſchaft der ſchwarzen Rotte die Spitze bieten zu können, den Attaché zu befreien und ſich gelegentlich an den Bar⸗ baren, die ihn ſo übel mitgeſpielt und halb verhun⸗ gern hatten laſſen, zu rächen.

Lagemann, obſchon Oberhofbarbier und eines gro⸗ ßen Rufes ſich erfreuend, befand ſich gleichwohl in der miſerabelſten Lage. Die Schwarzen hatten ihn mit ſolcher Accurateſſe an dem Cedernbaume befeſtigt, daß er kein Glied zu rühren vermochte. Selbſt die Arme befanden ſich innerhalb des Schiffstaues. Nur den Kopf konnte er bewegen, und das that er auch, und zwar mit einer Vehemenz, die ſich höchſt poſſir⸗ lich ausnahm, obſchon ihm keineswegs poſſirlich zu Muthe war. Die Moskito's hatten es auf ihn abge⸗ ſehen. Man denke ſich die verzweifelte Lage. Am ganzen Leibe gefeſſelt und am Kopfe das nichtsnutzige Geziefer.

Der Attachs glaubte ſeinen Geiſt aufgeben zu müſſen. Vergebens war ſein Hin- und Herwerfen des Kopfes, ſein Blaſen, Sprudeln, Nieſen; die Mos⸗ kitos waren außerordentlich zahm und ganz und gar nicht ſchüchtern. Vergebens hatte er durch alle mög⸗ liche Laute, die er in der Kehle aufzutreiben vermochte, die zehn ſchwarzen Wächter, welche um ihn hergelagert waren, von ſeinem Uebelbefinden in Kenntniß geſetzt und aufgefordert, etwas zur Verminderung ſeiner Lei⸗ den beizutragen. Aber den Barbaren gewährten die ſeltſamen Töne und Capriolen des Gefeſſelten höch⸗ liches Vergnügen. Sie feixten und grinzten bald den Gefeſſelten, bald ſich einander mit wilder Fröhlichkeit