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ieſtät einſeifte. Man drängte ſich ordentlich, ſelbſt auf Gefahr, die afrikaniſche Etiquette zu verletzen, um dem europäiſchen Barbier, welcher ſeinem neuen Amte keine Schande machte, zuzuſehen. Bei den Schwarzen war die Sitte des Barbierens noch etwas völlig Neumo⸗ diſches. Seine Majeſtät und einige Große waren bisher die Einzigen, welche dieſer Neuerung huldigten. Leider aber waren ſie von ihren zeitherigen gänzlich ungeſchickten ſchwarzen Barbieren dermaßen geſchunden worden, daß bei ihnen der Act des Barbierens unter die Torturen gehörte. Es war daher nur ein weiſer Rathsbeſchluß zu nennen, einem Weißen das Bar⸗ bieramt zu übertragen.
Die Blicke Aller waren, während Lagemann ſeines neuen Amtes mit Eifer oblag, auf die Geſichtszüge Seiner Majeſtät gerichtet, deren Ruhe und Heiterkeit man nicht genug bewundern konnte. Man war näm⸗ lich zeither gewohnt geweſen, den König unter den ſchwarzen Barbieren wie einen Hiob leiden und gleich dem Laokvon die ſchmerzensreichſten Geſichter ſchnei⸗ den zu ſehen.
Kaum hatte Lagemann geendet und ſeine verbind⸗ liche Verbeugung gemacht, als man ſämmtliche Groß⸗ würdenträger, wie mit einem Schlage, zur Erde fal⸗ len und die Arme flehend zum Könige emporheben ſah. Dieſer war ob der ſchmerzlos überſtandenen Operation ſo wohl gelaunt, daß er allerhöchſtgnädig mit dem Kopfe nickte. Sofort nahm der Großſiegel⸗ bewahrer auf einem Seſſel Platz und Lagemann ward bedeutet, die Operation des Bartabnehmens auch an dem Chef des Miniſterii vorzunehmen.
Der Attaché glaubte ſich bei ſo hochgeſtellten Per⸗ ſonen inſinuiren zu müſſen, und er ſchor daher den


