Teil eines Werkes 
18. Band, Die Erbschaft in Kabul : komischer Roman : 1. Band (1854)
Entstehung
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um Seiner ſchwarzen Majeſtät den Kopf vor die Füße zu legen, als eine innere Stimme ihm zurief;„Biſt du des Teufels, Lagemann, was ſtehſt du im Begriffe zu thun? Königsmord! Bedenke wohl, was du thun willſt. Wenn nun die Schwarzen etwas ganz An⸗ deres gemeint haben und du ſäbelſt in aller Ruhe die königliche Kehle durch? Das wäre entſetzlich, und du wäreſt unfehlbar der Erſte, welcher Seiner Maje⸗ ſtät in's dunkle Jenſeits folgte. Alſo überlege wohl, bevor du zuſchneideſt.“

Während er noch mit ſich berathend daſtand, er⸗ tönte plötzlich die Stimme des Heldenſpielers, welcher den zeitherigen Proceduren aus der Ferne zugeſchaut hatte, und ihm zurief:„Seht Ihr denn den Wald vor Bäumen nicht? Der Kerl will barbirt ſein.“

Jetzt ging dem Attachs ein Licht auf. Er be⸗ trachtete ſich den Bart Seiner Majeſtät genauer und fand, daß er wirklich von ausnehmender Länge ſei.

„Hanno hat wahrhaftig Recht,“ ſprach er für ſich, „den Bart ſoll ich ihm abnehmen. Wie konnte ich nur ſo thöricht ſein, an den Hals zu denken? Da würd' ich mir was Schönes angerichtet haben.“

Jetzt entſtand aber die Frage, wie er ohne Becken die ſchwarze Majeſtät einſeifen ſollte. Er ſchaute ſu⸗ chend im Kreiſe der Großwürdenträger umher. Dies⸗ mal ſchien man ſeine Blicke zu verſtehen. Man brachte eine Art irdenes Waſchbecken, in welchem eine weiße Maſſe ſchäumte. Der Attachs überzeugte ſich durch den Geruch alsbald, daß dieſer Schaum aller⸗ dings nicht von Seife herrührte. Indeß ließ ihn das ſehr gleichgültig und er ging mit vieler Zuverſicht an's Werk.

Die Aufmerkſamkeit ſämmtlicher Anweſenden er⸗ reichte den höchſten Grad, als Lagemann Seine Ma⸗