Teil eines Werkes 
18. Band, Die Erbschaft in Kabul : komischer Roman : 1. Band (1854)
Entstehung
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„Allerdings,“ ſtrafte der Heldenſpieler,„weil dieſe aufgeklärte Lehre Euren ſündigen Gelüſten zuſagt.“

„Ich will ja blos mein Leben retten, ſo merkt doch auf, das iſt doch kein ſündig Gelüſt, zumal wenn ich auf die zehn Weiber verzichte.“

Die Glanbensſtreitigkeiten zwiſchen dem religköſen Heldenſpieler und dem aufgeklärten Lagemann wurden plötzlich unterbrochen, indem der Negertrupp Halt machte und einen Kreis um den Anführer bildete. Es kam hier zu einer ziemlich anhaltenden Debatte, welche von heftigen Geſtikulationen begleitet war. Man ſchien unter ſich nicht einig werden zu können, was mit den beiden Gefangenen anzufangen ſei.

Lagemann wie Hanno ſchauten dieſem ſchwarzen Landtage nicht ohne Beſorgniß zu. Beide befürchte⸗ ten das Schlimmſte.

„Wen? man ihnen nur begreiflich machen könnte,“ meinte der Erſtere,„daß es das Vortheilhafteſte für ſie wäre, wenn ſie uns gegen Löſegeld frei gäben; ich bin überzeugt, daß unfre Landsleute das Mög⸗ lichſte thun würden, die Summe aufzutreiben, um uns vom Tode und ſchimpflicher Seclaverei zu retten.“

„Wie will man aber eine ſolche Propoſition dem ſchwarzen Volke beibringen?“ frug der Heldenſpieler.

Lagemann glaubte jetzt wenigſtens den Verſuch wagen zu müſſen. Er wandte ſich zu dem Neger, welcher als Schildwacht bei den beiden Gefangenen zurückgeblieben war, und da er die Hände nicht frei hatte, welche man ihm auf dem Rücken zuſammenge⸗ bunden, ſo machte er mit dem rechten Fuße eine Pan⸗ tomime, welche Geldzählen verſinnbildlichen ſollte.

Die ſchwarze Schildwache, die indeß hierin nur außerafrikaniſche Zauberformeln argwohnte, ließ ſeine Peitſche ſogleich dermaßen auf Lagemann's Rücken