Teil eines Werkes 
18. Band, Die Erbschaft in Kabul : komischer Roman : 1. Band (1854)
Entstehung
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„Weil ich gar keines zu verkaufen hatte. Meine Frau ſtand allerdings mit im Teſtamente, aber nur für ihre Perſon und für den Fall, daß ſie noch am Leben ſei; auf mich ging daher, nach der ausdrück⸗ lichen Erklärung des Teſtaments, nicht ein Pfennig über. Ich begreife daher heute noch nicht, wie Ihr mich für einen der Erben halten konntet und mit mir ein für mich, trotz der leichten Ducaten, eben ſo vortheilhaftes als für Euch nachtheiliges Geſchäft ab⸗ ſchließen konntet.“

„O Heidenhund,“ brauſ'te der Magdeburger los, „wenn nicht die Stricke mich verhinderten, ich würgte Dich auf der Stelle.“

Er ſchrie dabei ſo laut, daß ein paar energiſche Peitſchenhiebe ihn daran erinnerten, daß er Gefan⸗ gener ſei. Zugleich wirkte der Gedanke, daß er un⸗ ter ſeinen dermaligen Verhältniſſen ja ſo auf Kabul verzichten müßte, ſehr beruhigend. Er ging daher vor ſich hin, ohne ein Wort weiter von ſich zu geben.

„Nicht wahr,“ erkundigte ſich nach einiger Zeit Hanno mit leiſer Stimme,„Ihr werdet jetzt ruhiger in den Tod gehen? Der Werth Eures Lebens iſt nach meiner Erklärung um hundert Prozent gefallen. Was iſt ein Leben ohne Erbſchaft? Auch ich fühle mich nach dem Geſtändniß, das mich ſo lange Zeit beſchwert, ſo leicht, als habe ſich ein Vorgebirge von der Bruſt gewälzt.“

„Ich wünſchte,“ raunte der Enttäuſchte ingrimmig, „es wälzten ſich drei tauſend fünfhundert Vorgebirge mit ſammt dem Mond und allen Planeten auf Eure verbrechenvolle Bruſt und drückten Euch zehn tauſend Klaftern tief in den Erdboden hinein bei dem Ge⸗ danken, einen ehrlichen Mann, der Frau und Kinder hat, in's Unglück geſtürzt zu haben, denn ohne Euren