Teil eines Werkes 
18. Band, Die Erbschaft in Kabul : komischer Roman : 1. Band (1854)
Entstehung
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„Ihr mögt mir ſagen, was Ihr wollt, ich werde einmal nicht froh ſcheiden. Wahrſcheinlich ein mora⸗ liſcher Troſt, ſpart den für Euch ſelbſt auf.“

„Lagemann,“ hub jetzt der Heldenſpieler mit ſehr bewegter Stimme an,„unſere Stunden ſind gezählt, vernehmt jetzt das große Geheimniß, warum Ihr mich ſo oft angegangen und das ich Euch bis jetzt immer verſchwiegen habe.“

„Was wird's ſein?“ erwiederte unmuthig der Attaché,„Ihr habt mich beſtohlen.“

„Nicht ſo eigentlich beſtohlen, ſondern—“

„Oder betrogen, daß mir hätte grün und blau mögen werden, nicht wahr?“

„Allerdings grün und blau würde Euch geworden ſein, ſo ich Euch das Geheimniß früher entdeckt hätte.“

„Sehr großmüthig, mir das Geſtändniß erſt zu thun, da mir's nichts mehr nützen kann. Alſo beich⸗ tet getroſt, mich ſoll's ſehr ruhig laſſen.“

„Das hoff' ich auch. Lieber Lagemann, nicht wahr, Ihr waret auf der Reiſe nach Kabul begrif⸗ fen, um das Erbtheil in Perſon zu erheben, das ich Euch abgetreten hatte—“

„Allerdings, und das ich Euch mit ſchwerem Gelde abgekauft—“

„Die Ducaten waren zwar etwas leicht—“

„Für Euch noch viel zu ſchwer, aber ich begreife nicht, was Ihr da Dinge erzählt, die ſo allbekannt ſind wie zweimal vier.“

„Doch nicht ſo ganz wie Euch ſcheinen dürfte, denn wenn Ihr auch nach Kabul gekommen wäret, würdet Ihr dennoch kein Erbtheil für Euch vorge⸗ funden haben.“

„Wie ſo?“