machen. O Sitten, Sitten, wie tief ſeid ihr hier und da geſunken!“
Wie oft auch der Factor ſpäterhin mit dem Te⸗ leſcope ſeinen zeitherigen Himmel durchſtöberte, ſo war er doch nie wieder ſo glücklich, ſein Ideal ausfindig zu machen. Immer erſchaute er nur die Frau Mut⸗ ter, deren Anblick und grobe Koketterie ihm nachgerade höchſt verhaßt wurden, ſo daß er endlich die Forſchun⸗ gen auf ſich beruhen ließ.
Als Victor und Gamaliel nach einem Ausfluge in den Hafen in ihr Gaſthaus zurückgekehrt waren, fanden ſie eine ſchriftliche äußerſt verbindliche Einla⸗ dung zum Mittagseſſen in Eppendorf bei Herrn Sie⸗ becke und Comp. vor. Aber nicht blos die beiden Genannten waren geladen, dieſelbe Ehre wurde auch dem übrigen Kabul'ſchen Erbperſonal zu Theil, wel⸗ ches deshalb in faſt convulſiviſche Bewegung gerieth. Die Firma Siebecke und Comp. war berühmt in ganz Hamburg und es galt für eine nicht geringe Ans⸗ zeichnung, namentlich für Kleinſtädter wie Lagemann⸗ Zeiſig, Vetterlein, Süßmilch und Hanno, in einem ſo vornehmen Hauſe zu Gaſte gezogen zu werden, obwohl letzterer fortwährend renommirte, bei Fürſten und Grafen zu Mittag geſpeiſt zu haben.
Die Hauptfrage des größten Theils der Geladenen betraf vor allen Dingen eine paſſende Garderobe. Faſt ſämmtliche Coſtüms der Niederroßlaer waren wohl auf eine ſtrapazirende Seereiſe, aber nicht für ein Erſcheinen in einem glänzenden Salon, wie der bei Siebecke und Comp. berechnet. Vetterlein hielt ſich noch für am Geborgenſten, denn er gedachte ſeines ſchwarzen Candidatenfracks, den er als weiſer Mann für alle Fälle ſeinem Felleiſen einverleibt hatte; Ga⸗ maliel ward von Victor ſtattlich und geſchmackvoll
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