Teil eines Werkes 
18. Band, Die Erbschaft in Kabul : komischer Roman : 1. Band (1854)
Entstehung
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ausſtaffirt; aber für die Uebrigen ſtand's ſchlimm. Am Uebelſten war unſtreitig Zeiſig daran, welcher einen hochweiſen Rath von Niederroßla repräſentiren ſollte und deſſen Exteurieur durchaus nicht zum Beſten be⸗ ſtellt war. In ſeinem waſſerdichten Coſtüm konnte er doch unmöglich bei Siebecke und Comp. ſeine Auf⸗ wartung machen, das ſah man allgemein ein, und gleichwohl erlaubten ſeine ſpärlichen Diäten, bei wel⸗ chen auf Garderobengelder nicht im Geringſten Rück⸗ ſicht genommen worden war, durchaus keine Extra⸗ ausgaben. Hanno, welcher in Garderobenangelegen⸗ heiten aus ſeiner Heldenlaufbahn her nicht ganz ohne Praxis war, ſchaffte endlich Rath. Er trieb einen Juden auf, welcher ein ganzes Bund ſchwarze Fracks von den verſchiedenſten Umfängen herbei hockte.

„In einem ſchwarzen Fracke,“ erklärte der Hel⸗ denſpieler,„kommt man durch die ganze Welt. Auß die Beinkleider kommt weniger an; der Frack iſt Hauptſache, ohne ihn iſt ein Auftreten in der Geſell⸗ ſchaft nicht denkbar. Ich habe daher eine Parthie die⸗ ſes unentbehrlichen und unſchätzbaren Kleidungsſtücks in Entrepriſe genommen. Gegen ein angemeſſenes Aequivalent ein ich gern erbötig, Jedermänniglich zu befracken und nöthigenfalls auch ſonſt bei der Doilette behülflich zu ſein. Kleider machen Leute, dieſes Sprüchwort iſt in Kraft getreten, ſobald der Engel Adam und Eva mit dem feurigen Schwerte aus dem Paradieſe gejagt hatte. In Hamburg und nament⸗ lich in ſo einem vornehmen Hauſe, wie Siebecke und Comp. wird hauptſächlich darauf geſehn. Laſſet Euch das geſagt ſein, bedenket, daß die genannte Firma die Reiſegelder auszahlt und mit aller Aufmerkſam⸗ keit will behandelt ſein.“

Abſonderlich waren es die letzten Worte der Hanno'⸗

Stolle, ſämmtl. Schriften. XVIiI. 3