Kegel ſchieben konnte, und verließ die theure und gefährliche Wirthſchaft ſo ſchnell, als ihn ſeine klei⸗ nen Beinchen zu tragen vermochten. Er hatte ob der ausgeſtandenen Angſt dermaßen den Kopf verloren, daß er wiederholt den Grundriß aus der Taſche zie⸗ hen mußte, um ſich nach Hauſe zu finden. Zugleich gelobte er ſich mit einem hochheiligen Eide, bevor er nicht nach Niederroßla zurückgekehrt ſei, nie wieder eine Kegelkugel anzurühren.
Auf eine ganz andre Art als die Uebrigen ver⸗ brachte der lange blonde Factor ſeine Zeit in Ham⸗ burg. Er war in eine Liebſchaft mit ſeinem Man— ſarden vis- à— vis verwickelt und ſpielte den ſchmach— tenden Schäfer mit aller Zartheit eines idealiſch Lie⸗ benden. Wenn dem Schwärmer das heiß erſehnte Glück wirklich zu Theil geworden wäre, den Gegen⸗ ſtand ſeiner Verehrung in der Nähe zu betrachten, ſo iſt kaum zu bezweifeln; daß ſein Liebeswahnſinn einige Abkühlung erlitten haben würde. Die Ange⸗ betete, eine Poſamentirerstochter, die ſich vom Locken⸗ verfertigen ernährte, ſtand bereits im vierten Jahr⸗ zehnt, war pockennarbig und alles mögliche außer hübſch. Die verliebten Demonſtratiovnen des unver⸗ hofften Anbeters wurden von ihr nur zu bald be⸗ merkt und es ward ihr ganz wunderbar zu Muthe, in ihrem Lebensſommer noch die lang vermißte Lie⸗ besſonne aufgehen zu ſehen. Für ihre Umſtände konnte ſie keinen beſſern Verehrer finden, als den dünnhaarigen blonden Factor, welcher zu ſeinem und ihrem Glücke ziemlich ſchlecht ſah. Auch ihr kam Süßmilch alsbald verklärt und idealiſch vor.
Daß das Glück der Menſchen hauptſächlich in der Idee in der Einbildung beruht, ſehen wir an dem Niederroßlaer Factor und der Hamburger Poſamen⸗


