Teil eines Werkes 
18. Band, Die Erbschaft in Kabul : komischer Roman : 1. Band (1854)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

unmittelbar hinter einander zu ſchieben hatte. Bereits bei der zweiten ſchwitzte Vetterlein wie ein Hammel⸗ braten und bei der vierten, die in der Regel nie ihr Ziel erreichte, war er halb todt.

Es iſt mein Glück, dachte er bei ſich,daß es blos um's Parthiegeld geht, dieſes werd' ich aber lei⸗ der diesmal wohl bezahlen müſſen. Wer heißt mich mitſchieben. Ein ſolcher Plack beim Kegeln iſt mir noch gar nicht vorgekommen. In Niederroßla koſtet die Parthie acht Pfennige, bei dieſen vierundzwanzig⸗ pfündigen Kugeln kann ſie leicht auf zwei Schillinge kommen. Ein eben ſo theures wie ſaures Vergnügen. Dafür kann ich aber auch dereinſt erzählen, mit ächten Hamburger Söhnen Kegel geſchoben zu haben.

Das Spiel währte ziemlich lange. Vetterlein, welcher bald ſeine Arme nicht mehr fühlte, bekam es höchlich überdrüßig. Endlich ging's zu Ende. Der Rechnungsführer zog über die ſchwarze Tafel einen energiſchen Strich und ſummirte den gegenſeitigen Ver⸗ luſt und Gewinn. Am Uebelſten kam Vetterlein hin⸗ weg. Er hatte netto neunzig Point verloren. Als er gewahrte, wie die verlierenden Mitſpieler nach Gelde ſuchten, zog er auch ſeufzend ſeinen Beutel und zum Tafelrechner hervortretend, frug er, wie hoch ſich ſein Beitrag zum Parthiegelde belaufe?

Das Kegelgeld, erwiederte der Gefragte,ha⸗ ben die Gewinnenden zu tragen.

Ei! dachte der Quartus,iſt das eine verkehrte Welt, und er frug ſchmunzelnd:demnach hätt' ich nichts zu entrichten?

O ia, fuhr der Andre fort,Sie ſtehen juſt hoch an der Kreide. Sehen Sie hier neunzig Point, den Point zu einem halben Schilling, beträgt fünf⸗ und vierzig Schillinge.