Teil eines Werkes 
18. Band, Die Erbschaft in Kabul : komischer Roman : 1. Band (1854)
Entstehung
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Man kann nicht wiſſen, erwiederte Haſſan,die Gier nach Gelde verleiht dem Furchtſamſten Muth und begeiſtert zu größten Anſtrengungen. Wie dem ſei; ich habe für meine Angehörigen Alles gethan, in meinen Kräften ſtand. Sollte einer oder der andere nach Kabul kommen, ſo iſt er Dir, treu be⸗ währter Freund, ohne deſſen edelmüthige Unterſtützung ich meinen langgenährten Plan der Flucht nicht hätte in Ausführung bringen können, empfohlen.

Dein Wunſch iſt mein Befehl, ſprach Ismael, es ſoll mir große Freude gewähren, Dir auch in der Ferne gefällig zu ſein. Wie ungern ich Dich ſcheiden ſehe, ſo erkenne ich doch, daß Du Dich un⸗ ter Deinem Volke, das Deinem Häit näher ſteht und Deinem Herzen vertrauter iſt, wohler befinden mußt als ſelbſt in der Hofburg zu S Darum hab' ich Deinen Plan zur Flucht nie mißbilligt. Ge⸗ denke meiner alle Jahre einigemal, ich werde Deiner täglich gedenken und nimmer vergeſſen, daß ich vieles Wiſſen, welches mich über mein Volk erhebt und zu hohem Anſehen gebracht hat, lediglich Deiner weiſen Belehrung verdanke. Wäre ich einige Jahrzehnte jün⸗ ger, dann würd' ich mit Dir ziehen nach Deiner Heimath, dem deutſchen Lande, mehre Jahre daſelbſt verweilen und mich unterrichten mit allen Kräften und in ſolchen Dingen, in welchen mein Volk noch zurück ſteht. Kehrte ich dann wieder nach Afghani⸗ ſtan, ſollte mein Wirken ein geſegnetes ſein, denn ich würde das Erlernte gern mittheilen, allen denjenigen, welchen an anderweitiger Erkenntniß gelegen wäre. So aber bin ich zu alt und will mich gern begnügen mit dem, was ich Deinen Lehren verdanke.

Während Ismael noch ſprach, bogen ſich auf der einen Seite der Laube die Zweige auseinander, ein