Teil eines Werkes 
18. Band, Die Erbschaft in Kabul : komischer Roman : 1. Band (1854)
Entstehung
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Das Manuſcript enthielt die Abſchrift eines eigen⸗ händigen Briefs des Königs von Kabul, ſchon von längerer Zeit her datirt, an ſeinen erſten Miniſter, worin letztrer unter Androhung der ſtrengſten Ahndung aufgefordert ward, auf Haſſan⸗ben⸗Mullah das ſtrengſte Auge zu haben und der kleinſten Reiſe deſſelben, welche eine Auswanderung zum Zweck haben könnte, die un⸗ überſteiglichſten Hinderniſſe in den Weg zu legen.

Im ſchlimmſten Falle war der Miniſter bevoll⸗ mächtigt, die äußerſte Gewalt anzuwenden.

Dieſe polizeiliche Aufſicht, ſprach Haſſan,hab' ich mir gefallen laſſen, ſo lange Olivia am Leben, nach ihrem Scheiden ward mir dergleichen Bewachung um ſo unerträglicher.

Wenn dem ſo iſt, erwiederte Ismael,kann ich Deinen freiwilligen Tod nur loben; gleichwohl bleiben mir Deine ſonderbaren teſtamentlichen Verord⸗ nungen ein Räthſel. Warum ſollen denn Deine Er⸗ ben ihr Erbe in eigner Perſon in Kabul erheben?

Weil dies die einzige Bedingung, verſetzte Haſſan, unter der mir verſtattet war, Gelder dem Auslande zuzuwenden.

Sonderbare Grille des Königs, brummte Is⸗ mael,er hofft wahrſcheinlich durch Deine Erben Dich ſelbſt zu erſetzen.

So viel ich mich der Perſönlichkeit dieſer Erben noch entſinne, meinte Haſſan,dürfte Seine Ma⸗ jeſtät weniger gewillt ſein, ihre Abfahrt unter polizei⸗ liche Aufſicht zu ſtellen. Ich nehme meinen leiblichen Vetter aus. Doch dieſer iſt bedacht, auch wenn er die Reiſe nach Kabul nicht antritt.

Ich glaube überhaupt nicht, ſprach Ismael, daß ſich einer der Erben auf den Weg macht; die Länge und Beſchwerlichkeit der Reiſe iſt unabſehbar.