Teil eines Werkes 
18. Band, Die Erbschaft in Kabul : komischer Roman : 1. Band (1854)
Entstehung
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Alter Freund, erwiederte Haſſan, der wieder ſeine gewohnte Ruhe gefunden hatte,Du wirſt es nicht übel deuten, aber ſeit dem Heimgange meiner Olivia iſt es mir ſelbſt unter den Blumen Kabuls einſam geworden und wenn der Abend in der Ferne kommt, ſehnt ſich jeder Menſch nach der Heimath.

Will's glauben, verſetzte Ismael,obſchon ich nicht begreife, wie es eine ſchönre Heimath geben könne, als die Aprikoſenthäler der Duranen.

Auch im deutſchen Lande blühen die Aprikoſen, erwiederte Haſſan⸗ben⸗Mullah,wenn ſeine Thäler auch nicht in dem Grade leuchten und duften wie das Flußgebiet des Kabul.

Uebrigens, fuhr er nach einiger Zeit in Nach⸗ denken verſunken fort,möge mich der Himmel be⸗ wahren, daß ich meine Heimkehr einmal bereue. Dann wäre mir ſelbſt die Rückkehr in die Thäler der Duranen abgeſchnitten.

Allerdings, geſtand Ismael,für Kabul biſt Du geſtorben und begraben in Ewigkeit, und darum eben begreife ich bis dieſe Stunde nicht, was Dich zu dem freiwilligen und gefährlichen Tode und Be⸗ gräbniſſe bewegen konnte. Ich glaube nimmer, daß der König Deiner Heimkehr in's Vaterland Hinder⸗ niſſe in den Weg gelegt haben würde.

Doch, doch, erwiederte Haſſan,wie hoch ich in ſeiner Gunſt ſtand, ſo überwog ſeine Sorge für ſeinen Leib, den ich als Arzt behandelte, alle andern Rückſichten.

Als Ismael hier zweifelnd den Kopf ſchüttelte, zog Haſſan ein Papier hervor, das er dem Freunde mit den Worten überreichte:Wenn Du in meine Worte Bedenken ſetzeſt, ſo wird hoffentlich dieſe Schrift Deine Zweifel beſeitigen.