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tiefes Schweigen verſunken, der ältere verfolgte be⸗ haglich das blaue Gewölke ſeines Knaſters, das in ſeltſamen Kreiſen und Ringen emporſtieg, während die Blicke des jüngern mit Wohlgefallen auf den Mi⸗ narets von Attok ruhten, die im Abendſcheine immer röther zu glühen begannen.
Tiefe Stille ruhte über der Gegend, nur von fern vernahm man das Rauſchen des Kabul, als ſich plötz⸗ lich ein Abendwind erhob und die Luft mit himmli⸗ ſchem Aroma erfüllte.
„Bei Gott,“ nahm jetzt der Vierziger das Wort, indem er mit Entzücken die lieblichſten Düfte ein⸗ athmete,„das iſt Wohlgeruch aus den Gärten des Paradieſes. Was ſind das für Blumen, Ismael,
wären es bereits die Vorboten Hindoſtans?“
„Der Abendwind geht über die Veilchengefilde von Peſchawer,“ erwiederte der Gefragte,„es iſt das Guli peigamber, die Roſe des Propheten, wie man ſie weder in Vorder noch Hinteraſien kennt. Hörteſt Du, Haſſan⸗ben⸗Mullah, nie von dem wunderbaren Dufte dieſer Veilchenfluren, die das Herz erfüllen mit unnennbarer Wonne und berühmt find im Lande Tu⸗ ran, ſo weit die Schneegipfel leuchten des Himalaya?“
„Wohl vernahm ich oft von der gefeierten Roſe des Propheten,“ verſetzte Haſſan,„wenn ich an Som⸗ merabenden den Erzählern zuhörte in den Straßen von Kabul oder unter den ſchattigen Tamarisken auf und niederwallfahrtete im Königsgarten des Timur Schah; doch ihren Duft hab' ich nie gekoſtet bis zu dieſer Stunde.“
„Es iſt der letzte Gruß,“ ſprach Ismael,„wel⸗ chen Afghaniſtan Dir ſendet, mög' er nie Deinem Gedächtniß entſchwinden, Haſſan⸗ben⸗Mullah, mein


