Teil eines Werkes 
18. Band, Die Erbschaft in Kabul : komischer Roman : 1. Band (1854)
Entstehung
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Erſtes Rapitel.

In einem jener blühenden Thäler Afghaniſtans, wo der Granatbaum in ſeltener Schöne blüht und das Waizenkorn hundertfältige Frucht treibt, da wo der ſchnellfließende Kabul in den gewaltigen Indus mün⸗ det, unfern der ſtarkbefeſtigten Stadt Attok, deren Zinnen und Minarets hinter Citronenwäldern her⸗ vorlauſchten, im Rücken den majeſtätiſchen Himalaya mit ſeinen himmeldrohenden und mit ewigem Schnee bedeckten Gipfeln, ſaß im Garten ſeines Gaſtfreundes unter einer Laube blühender Akazien ein Mann in den vierziger Jahren, gekleidet in das fliegende Ge⸗ wand der Afghanen und auf dem Haupte einen Tur⸗ ban von Kaſchemir.

Unmittelbar neben ihm hatte auf reichem, gold⸗ durchwirktem Teppiche eine zweite Geſtalt in Afgha⸗ nentracht Platz genommen, ungefähr zehn Jahre älter als die eben erwähnte, welche mit ächt moslemſcher Ruhe und unerſchütterlichem Ernſte die Wolken ſeiner langen Pfeife zu den rothen Blüthen emporſteigen ließ.

Betrachtete man die Geſichtszüge dieſer beiden Männer genauer, ſo war bei dem älteren die afiatiſche Abkunft nicht zu verkennen, während der andre höch⸗ ſtens die dunklere Geſichtsfarbe mit den Bewohnern Irans und Turans gemein hatte. Beide waren in