benen davon verſpürten. Nur die Wanduhr belehrte ſie, in welcher Tageszeit ſie lebten.
Am dritten Tage ward der Zuſtand der Unglück⸗ lichen immer verzweifelter. Das Oel war zu Ende, die Lampe drohte zu erlöſchen und die letzte Kerze hatte Marie am Neujahrstage der Mutter Gottes in Liebethal zum Opfer gebracht. Kraft, Muth und Hoffnung entwichen der Bruſt Marien's und Martin's; nur Andreas arbeitete unverdroſſen weiter und der alte Nicodemus vertraute mit alter Glaubensſicherheit auf Gott den allgütigen Vater. War dieſer es nicht geweſen, der ihn ſo manches Mal auf ſeinem langen gefahrvollen Lebenswege aus der augenſcheinlichſten Todesgefahr gerettet hatte? Feſt ſtand ſein Vertrauen, daß ihn Gott auch diesmal aus der gegenwärtigen fürchterlichen Lage erretten werde.
Andreas war am vierten Tage ziemlich weit auf ſeinem unterirdiſchen Gange vorgedrungen, aber wie oft er lauſchte und ſein Gehör anſtrengte, um einen hoffnungsvollen Ton aus der Oberwelt zu vernehmen, Alles blieb ſtumm und die Kräfte des Jünglings nahmen von Stunde zu Stunde ab; ſchon begann Mangel an Lebensmitteln fühlbar zu werden. Nico⸗ demus hatte am Sylveſtertage den kleinen Vorrath faſt ganz erſchöpft und an hülfsbedürftige Arme der Umgegend vertheilt.
Nach einer dritten langen qualvollen Nacht erſchien der vierte Tag. Immer mehr ſchwand den Unglück⸗ lichen die Hoffnung, gerettet zu werden. Rings herrſchte tiefe Stille und Finſterniß, denn das Oel war ver⸗ zehrt und die Lampe geraume Zeit erloſchen. Ver⸗ gebens tönten die tröſtenden Worte des noch immer glaubensfrommen Nicodemus. Er rieth dem Andreas,
vom Durchgraben abzuſtehen, weil er nutzlos ſeine
——


