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„Er wird ſich haben ein Gläschen einſchenken laſſen von der guten Mutter Marthe im Alpenhorn; da findet ſich's, daß junge Burſche eins plaudern beim herzerfreuenden Wein; und gewiß wirſt Du es dem Andreas nicht verargen; hat er doch den ganzen Vormittag mit ſeinem treuen Picas gearbeitet wie ein Bergmann, um den verſchütteten Wanderer zu Tage zu fördern.“
„Ganz wohl,“ entgegnete Marie,„aber ſoll nicht heute unſere Verlobung ſein? Da kenne ich Andreas zu gut, daß er blos deshalb ſäumen ſollte, um in der Schenke ein Glas in froher Geſellſchaft zu leeren.“
„Ei, ſieh doch, Großvater,“ rief plötzlich Mar⸗ tinchen, der an's Fenſter getreten war,„wie der Schnabel des Adlers lang geworden.“ Dabei ſchaute er aufwärts, wo ſich eine ungeheure Schneelaſt weit über die Kuppe des Adlerſteins hervorgebeugt hatte.
„Das iſt kein gutes Zeichen, mein Sohn,“ erwie⸗ derte der Greis,„der Adler, wenn er zu weit herab⸗ ſchaut, hat dem Thale nie Segen gebracht. Doch vertrauen wir Gott. Er wohnt über den Lawinen.“
„So möge die Mutter Gottes,“ ſprach fromm Marie,„unſere letzte Kerze empfangen; ich trage ſie zur Kirche.“
„So iſt es recht, meine Tochter,“ erwiederte Ni⸗ codemus,„eine Kerze zu Ehren des Herrn hat nie vergebens gebrannt.“
„Vielleicht,“ fügte das ſchöne Mädchen halblaut hinzu,„daß mir unterwegs der Andreas begegnet.“
„Er hat mir ein herrliches Ammonshorn verſpro⸗ chen,“ jubelte Martinchen,„und wenn Andreas etwas verſpricht, ſo hält er Wort.“
Marie eilte mit der geweihten Kerze durch die Thalſchlucht nach der Kirche des Dorfs. Das Ge⸗


