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Adlerſteins, deſſen ſchneebedeckter Gipfel nur bei ganz heiterm Himmel zu erkennen war.
Die untergehende Sonne vergoldete in himmliſcher Schöne die erhabenen Felſenzinnen, deren Wiederſchein in das ſonntäglich aufgeputzte Stüblein des Kräuter⸗ ſammlers herabfiel.
Das fromme Abendlauten und dieſe ſtille Verklä⸗ rung des Hüttchens erfüllte mit heiligem Dankgefühle den Greis.
„Marie,“ ſprach er ſanft,„nimm die letzte der von frommer Hand geweihten Kerzen und trage ſie zur Kirche. Sieh, wie der liebe Gott die Firnen entzündet mit himmliſchem Feuer, da ſoll der dank⸗ bare Menſch nicht zurückbleiben. Geh, meine Tochter, mit Gott wird ja wieder Rath und bis Oſtern iſt es lang; wenn wir ſparſam ſind, erübrigen wir ſchon einige neue Lichtlein, die wir anzünden am heiligen Feſte zur Ehre des Herrn.“
„Gern, guter Vater,“ erwiederte die ſchöne Marie und ſtrich die ſeidenen Locken von der Stirn,„dafür wird uns die Mutter Gottes auch gnädig ſein.“
Nicodemus antwortete:„Die Mutter Gottes iſt Allen gnädig, die ihr vertrauen.“
und Martinchen, am Ofen gelagert, rief:
„Horch, Großvater, wie die eſchene Wurzel praſ⸗ ſelt; ſie hat mir auch gar weidliche Mühe gemacht, bevor ich ſie geſtern aus der Felſenſpalte herauszu⸗ bringen vermochte.“
Marie hatte die letzte Kerze aus dem Schränkchen genommen und ſchaute hinaus nach dem dunkler wer⸗ denden Abend.
„Gott, Vater,“ ſprach das Mädchen,„hörſt Du
nicht, es ſchlug fünf im Dorfe und Andreas wollte
ſchon in der vierten Stunde bei uns ſein.“


