Teil eines Werkes 
16. Band, Moosrosen : Novellen und Erzählungen : 2. Band (1854)
Entstehung
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entfernten freundlich gelegenen Dorfe erhalten. Der Einfluß des wackern Wertheim war hierbei allerdings nicht zu verkennen geweſen.

Und heute war Hochzeit. Albert und Bodo hat⸗ ten ſich mit ihren beiden lieben Frauen, Marien und Paulinen(die feſtliche Hochzeit derſelben war bereits vor anderthalb Jahren gefeiert worden), ſchon früh⸗ zeitig eingefunden. Es war ein Leben, als ſolle ir⸗ gend ein Kaiſer oder König ſeinen Einzug halten.

Der Abendſtern ſtand in verklärender Schöne über den Bergen. Die Abendtafel war im Grünen errich⸗ tet; uralte blühende Linden bauten ein duftendes Laub⸗ dach. Die zahlreichen bunten Lampen gewährten eine magiſche Beleuchtung. Die Töne des Orcheſters klan⸗ gen bezaubernd durch die ſtille Abendluft.

An der Tafelrunde ſelbſt war ein außerordentlich heiteres und fröhliches Leben. Auf allgemeines Ver⸗ langen hatte Wertheim nur die vertrauteſten Freunde und Bekannten zum Feſte geladen. Darum konnte ſich die wahre Freude der Herzen um ſo ungeſtörter aus⸗ ſprechen. Johannes und Eginhard ſaßen an den Eh⸗ renplätzen der Tafel in ſtiller Seligkeit neben ihren Neuvermählten und hatten häufige Neckereien zu hören.

Eginhard war über den einſt gen ſomnambülen Zuſtand Eugenien's längſt belehrt worden; die Erſchei⸗ nung auf dem Schloßdache hatte ſich ihm natürlich erklärt und er erblickte in der Braut des Freundes kein geſpenſtiſches Weſen mehr. Ueberhaupt ließ er ſich durch ſeine lebhafte Phantaſie nicht mehr in dem Grade hinreißen wie früher. Er war ruhiger und geſetzter geworden, ohne daß dadurch ſein guter Humor und ſeine joviale Laune im Geringſten verloren hatte.

Wertheim hatte heute den beſten Ausbruch aus ſei⸗ nem Keller zum Beſten gegeben. Lieblich duftete das