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„Ein Augenblick verlebt im Paradieſe, Wird nie zu theuer mit dem Tod bezahlt.“
Und die Jünglinge ſtanden noch lange und ſchau⸗ ten über das blühende Eden; und noch einmal ſtreckten ſie ſegnend die Arme über die duftende Land⸗ ſchaft, dann umarmten ſie ſich, küßten ſich— und fort ging's, den Berg hinab, aus dem ſtillen Reiche der Liebe und Poeſie in das der Proſa und des ſtau⸗ bigen, unerquicklichen Alltagslebens.
18.
Es waren drei Jahre vergangen. Wieder ruhte der Frühling in aller Pracht auf den Höhen und Thälern von Buchenfels. In dem Schloſſe ſelbſt aber gab es ein außerordentlich reges und fröhliches Le⸗ ben. Hallen und Säulen waren mit Blumen⸗ und Laubguirlanden feſtlich geſchmückt; ſchon den ganzen Nachmittag tönten liebe, freundliche Muſikſtücke aus dem dichten Laubgrün des Schloßparks, wo ein Mu⸗ ſikchor aus dem benachbarten Städtchen poſtirt war. Man hatte den alten Wertheim lange nicht ſo heiter und geſchäftig geſehen, und überall gab's lachende, heitere Geſichter.
Man gewahrte bald, daß auf dem Schloſſe etwas Außerordentliches vorgehe, und dieſes Außerordentliche beſtand in nichts Anderm, als in der Doppelhochzeit des Johannes und Eginhard mit Eugenien und Ca⸗ millen. Beide junge Männer waren bereits ſeit zwei Jahren nach brillantem Examen in's bürgerliche Le⸗ ben übergetreten, und vor nicht langer Zeit hatte er⸗ ſterer die Beſtallung als Gerichtshalter auf einem be⸗ nachbarten bedeutenden Gute, und letzterer die vacante Paſtorſtelle in einem zwei Stunden von Buchenfels


