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Wertheim,„ich ſprach ihn das letzte Mal, als ich durch ſeine Univerſitätsſtadt reiſte.“
„Ich kann mich nicht viel auf ihn beſinnen,“ meinte Pauline.
„O er ſteht noch vor mir,“ ſprach Marie,„mit den Kaſtanienlocken; er war immer ſo ſanft und ſchüchtern. Er iſt gewiß recht hübſch geworden.“
„Ja, aber nur nicht gleich Verliebens angefan⸗ gen, voll Seufzer und Mondſchein,“ proteſtirte der Alte, in einem Tone, der zu gutmüthig klang, als daß er hätte verletzen können,„das wäre mir. Da wollen wir die Zeit vernünftiger anwenden.“
„Beruhige Dich, Väterchen,“ lachte Marie,„das wäre ja zu tragiſch.
„Vor mir hat er auch Ruhe,“ entſchied Pauline und declamirte mit Pathos:
„Ruhig werd' ich ihn erſcheinen, Ruhig gehen ſeh'n. Seiner Augen ſtilles Weinen Kann ich nicht verſteh'n.“
Alle mußten lachen. Nur der Vater brummte für ſich:„habt gut Lachen, da die Gefahr nicht da iſt.“
6.
Es lebt ein Weib im Norden, Sit ſchönes Weib, königlich ſchön; Die hohe Cypreſſengeſtalt Unſchließt ein lüſtern weißes Gewand; Die dunkle Lockenfülle, Wie eine ſelige Nacht, ergießt ſich Von dem hohen, flechtengekrönten Haupte. Sie net ſich träumeriſch ſüß Um das ſüße blaſſe Antlitz, Und aus dem ſüßen blaſſen Antlitz, Groß und gewaltig, ſtrahlt ein Auge Wie eine ſchwarze Sonne.


