Teil eines Werkes 
16. Band, Moosrosen : Novellen und Erzählungen : 2. Band (1854)
Entstehung
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Tanzmuſik gab Eginhard wieder vollauf Stoff zu me⸗ lancholiſchen Betrachtungen.

Keine Muſik, ſprach er,hat ſo etwas weh⸗ müthig Ergreifendes als Tanzmuſik, welcher man ein⸗ ſam von fern zuhört. Es liegt ein eigner Charakter in dieſen Tönen. Es iſt, als ſtünde der ferne Zu⸗ hörer hoch über dem Irdiſchen und als ſtaunte er gleichſam auf das finnverwirrende Treiben herab, deſſen Nichtigkeit ihm jetzt erſt recht klar würde.

Alsbald erreichten unſre Freunde den Tummelplatz der Luſt. Es war ein luſtiges Landvölkchen, das hier eine Hochzeit feierte. Johannes beſtellte ſich einen friſchen Trunk und ſetzte ſich in eine Laube am Hauſe, in welche der Abendſtern lieblich ſtrahlte. Eginhard war bald im Gedränge verſchwunden.

Der Abend war wunderſchön und frühlingswarm. Rings träumende Blumen, duftende Stille. Immer goldner tauchten einſame Sterne aus den Tiefen des Himmels herauf und nur der etwas wüſte Lärm des Gaſthauſes, die grellen Töne der Tanzmuſik ſtörten die Harmonie des Abends.,

Johannes wandelte den Gang am Hauſe entlang und trat in den nächtlichen Garten. Hier war es ſtiller und heiliger. Eine kleine Terraſſe von duften⸗ den Flieder umwachſen, erhob ſich im Hintergrunde, und leiſe, damit er die goldnen und ſilbernen Glocken und Kelche nicht aufwecke, ſtieg Johannes hinauf und überſchaute die nächtliche Gegend.

Aber bald wandten ſich ſeine Blicke nach der Ge⸗ gend, die er daher gewandert, und weilten lange da⸗ ſelbſt. War es die Wonne des Abends oder eine andere Quelle im Innern des Jünglings, daß ihm eine Thräne in die Augen trat. Den Lippen aber entſchwebte ein ſüßes Geheimniß, das bisher wie ein